Rainfarn - besonders wertvoll für Insekten

Nahaufnahme eines blühenden Rainfarn von K.D. Michaelis

Rainfarn findet sich oft an Wegesrändern, Brachflächen oder auch direkt neben der Straße und oft breitet er sich dabei rasch aus. Deshalb gilt er bei vielen einfach als wucherndes Unkraut. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Rainfarn ist eine extrem wertvolle Insektenfutterpflanze.

Über 20 Wildbienenarten (inklusive Hummeln und Wespen), als auch Fliegen und Schwebfliegen sowie einige Schmetterlinge kommen gerne auf einen Schluck Nektar und ein Häppchen Pollen vorbei. Einge Tag- und Nachtfalter ist der Rainfarn zudem eine wichtige Raupenfutterpflanze.

Außerdem sind seine Blütenköpfchen wirklich wunderschön, wenn man nur ein wenig genauer hinsieht. Im Pflanzenhandel / der Gärtnerei wird Rainfarn beispielsweise als Heimischer Rainfarn (Tanacetum vulgare - Syn. Chrysanthemum vulgare) oder Krausblättriger Rainfarn (Tanacetum vulgare forma crispum), der auch als Goldknopf bekannt ist, angeboten. Falls man nicht warten möchte, bis er sich zufälligerweise von selbst im eigenen Garten ansiedelt.


Rainfarn und seine Insekten-Besucher

Leuchtend gelb blühender Rainfarn von K.D. Michaelis

Rainfarn (Tanacetum vulgare - umgangssprachlich auch Wurmkraut) gilt als so genannter Stickstoffanzeiger. Er gedeiht also dort besonders gut, wo sich viel Stickstoff im Boden findet.

Was ihn für insgesamt über 80 Insektenarten so wertvoll macht, ist sein relativ später Blühzeitraum vom Hochsommer bis in den Herbst - verbunden mit einem reichen Futterangebot. Sowohl was Nektar, als auch Pollen anbelangt: Nektar- und Pollenwert je 2.


Die Blühmonate des Rainfarns liegen im Juli, August und September - manchmal sogar noch im Oktober. Er wird zwischen 50 bis etwa 130 Zentimeter hoch und gilt als leicht giftig, auch wenn Kleinstmengen verzehrbar sein sollen, würde ich davon abraten.

Auf den Blütentellern des Rainfarns lassen sich über 20 Arten Wildbienen beobachten, wenn man Glück hat. So zum Beispiel die deutlich häufigere Gemeine Seidenbiene (Colletes daviesanus - auch Buckel-Seidenbiene genannt) und auch die sehr viel seltenere Rainfarn-Seidenbiene (Colletes similis) und die Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus). Die Spezialisierung dieser Seidenbienen auf die Blüten des Rainfarns hat ihnen dann auch zu  ihrem Namen verholfen. Die Rainfarn-Maskenbiene ist nur circa 9 bis 11 Millimeter groß und somit kleiner als eine Honigbiene. Die letztgenannten beiden Seidenbienen-Arten besitzen recht breite, gelb-beige, filzig wirkende Binden auf ihrem Hinterleib, wodurch sie für den Laien kaum zu unterscheiden sind. Ein weiteres Merkmal der weiblichen Seidenbienen ist ihr wirklich spitz zulaufendes Hinterleibsende.

 

Neben Futter benötigen die Wildbienen natürlich auch einen Platz zum Nisten. Die Rainfarn-Maskenbiene brütet gerne in Spalten von Trockenmauern. Die ebenfalls häufiger auf dem Rainfarn vorkommende Buckel-Seidenbiene als auch die Rainfarn-Seidenbiene benötigen in der Nähe offene, vegetationsfreie Bodenflächen für ihre Kinderstuben. Wobei die erwachsene Rainfarn-Seidenbiene auch noch andere Korbblütler zur Nahrungsaufnahme für sich selbst anfliegt. Für ihre Nachkommen sammelt sie hingegen nur den Pollen des Rainfarn.


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