Strauch-Kastanien - unbekanntes sommerliches Insektenparadies

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht:

 

Die Strauchkastanie macht Gartenliebhaber, Blütenfans, Imker, Städteplaner, Vögel, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten glücklich! 

Einfach eine phantastische Pflanze.

Wie hoch wird die Strauchkastanie (Aesculus parviflora)?

Die Strauchkastanie (Strauch-Kastanie) gehört zur Familie der Rosskastanien und wird deshalb auch Strauch-Rosskastanie oder Kleinblütige Rosskastanie genannt. Wie der Name schon verrät, wächst sie als Busch/Strauch und nicht als Baum. Infolgedessen wird sie meist nur zwischen drei und vier Metern hoch. Dafür wird sie mit zunehmendem Alter gerne breiter wie hoch, was auch schon mal über 10 Meter Breite bedeuten kann.
  

Wie wächst die Strauch-Kastanie am besten?

Strauchkastanien-Video zum Thema Sonne und Schatten

Die Strauchkastanie bevorzugt vollsonnige bis halbschattige Standorte. Da dieser hübsche Strauch ursprünglich aus lichten Wäldern kommt und dort vor allem an Waldrändern anzutreffen ist, bekommt der Strauchkastanie auch ein halbschattiger Standort recht gut.

 

An dem Standort in Hannover - an dem das obige Strauchkastanien-Video entstanden ist - stehen zwei gleich alte Strauch-Kastanien bereits seit vielen Jahren nebeneinander. Mit einem relativ kleinen Abstand von circa 3 Metern zueinander. Dies führt jedoch gerade am Beginn der Blütezeit zu einem recht ungewöhnlichen Phänomen.

 

So konnte ich beobachten, dass der linke der beiden am 10. Juli 2022 bereits richtig schön blühte, während die Blüten des rechten Strauchs gleichzeitig noch knospig und komplett ungeöffnet waren. Dieser steht im Schatten eines höheren Baumes und braucht so länger, bis er seine fast schon exotische Blütenpracht dann tatsächlich entfalten kann. Auch wenn er genauso viele Blütenrispen produziert wie sein Nachbar. Dies sollte man bei der Standortwahl gegebenenfalls beachten.

 

Ein nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden - gerne frisch bis mäßig feucht ist der richtige Untergrund für die Strauchkastanie, die in unseren Breiten problemlos winterhart ist. Zudem gilt sie als ungiftig.

  

Wie sehen die Blüten der Strauchkastanie aus?

Wann blüht die Strauch-Kastanie/Strauch-Rosskastanie?

Nahaufnahme einer großen, weißen Blütenrispe der Strauchkastanie/Strauch-Rosskastanie mit ihrem sattgrünen, 5- bis 7-fach gefingerten Blättern/Laub im Hintergrund. Bild K.D. Michaelis

Die weißen, aufrecht stehenden Blütenripsen werden mit 20 bis 40 Zentimetern sehr hoch. Sie Blütenstände öffnen sich von unten nach oben.

 

Dann ist die Strauchkastanie ein weißer Blütentraum, der einen leichten Duft verströmt und schon aus der Ferne (gerade im Halbschatten) auffällig leuchtet.

 

Die richtige Zeit, um dies ausgiebig bewundern zu können sind Juli und August.


Der angenehme Duft der Strauchkastanie verbreitet sich besonders nachmittags und bis in die späten Nachtstunden hinein, weshalb sich diese hübsche Sichtschutzhecke auch perfekt für die Pflanzung an einem gerne genutzten Gartensitzplatz eignet.

 

So läßt sich dann auch die Vielzahl an tierischen Besuchern perfekt und ganz in Ruhe vom eigenen, gemütlichen, grünen Gartenzimmer aus beobachten.

  

Welche Farben haben die Blätter der Strauchkastanie?

Auch hier überrascht die Strauchkastanie mit einer bunten Farbpalette - je nach Jahreszeit.

  • Der junge Blattaustrieb ist hellgrün sowie bronzefarben und rotbraun.
  • Die ausgewachsenen Blätter sind später sattgrün (wie auf dem obigen Bild zu sehen) bis später dunkelgrün.
  • Mit seiner Herbstfärbung, bei der die Blätter sich leuchtendgelb verfärben, bietet die Strauchkastanie auch zu dieser Jahreszeit einen tollen Anblick.
  • Im Spätherbst verliert die Strauchkastanie ihre Blätter. Das filigrane und stark verzweigte Astgewirr ist aber auch so immer noch schön und somit ganz unbedingt einen zweiten, interessierten Blick wert. Auch und besonders dann, wenn ein wenig Schnee auf der Oberseite der Äste liegengeblieben ist.  

Wie sehen die Früchte/Kastanien der Strauchkastanie aus und sind sie essbar?

Ihre Fruchtkapseln sind eher gelbbraun und haben keine Stacheln. Sie sind deutlich kleiner und unauffälliger als die der Gewöhnlichen Rosskastanie. Reife, eher ovale Kastanien sind im September und Oktober zu finden. Allerdings sind sie ungenießbar.

 

Für lustige Basteleien mit Kindern eignen sie sich aber durchaus. Wer sich die Arbeit machen will sie zu trocknen, kann sie anschließend auch als Ofenanzünder verwenden. Noch etwas zeitaufwändiger, aber dafür absolut biologisch: man kann sein eigenes Bio-Waschmittel (so genannte Waschkastanien / Waschnüsse) aus den Früchten der Strauchkastanie herstellen, die diese große Mengen Saponine enthalten.

  

Ist die Strauchkastanie bienenfreundlich / insektenfreundlich?

Die Strauchkastanie ist eine Bienenweide / Insektenweide / Insektenfutterpflanze / Hummeltankstelle / Schmetterlingsparadies!

Unglaublich guter Nektarwert und Pollenwert der Strauchkastanie

Fast unglaublich, aber wahr! Sowohl der Nektarwert, als auch der Pollenwert der Strauchkastanie liegt mit 4 beim absoluten Höchstwert. Dies auch deshalb, weil sie zu einer Zeit im Jahr blüht, bei der ansonsten für Bienen und andere Insekten schon wieder Nahrungsmangel herrscht: im Hochsommer in den Monaten Juli und August.

 

Also nach der Lindenblüte, was sie auch für Imker mit ihren Honigbienen und für die dann ebenfalls oft verhungernden Hummeln besonders interessant macht. Wobei sich natürlich auch andere Wildbienen, Schmetterlinge und Co. gerne auf dieser Insektenfutterpflanze niederlassen.

Nektar 4 und Pollen 4

(Je nach Quelle: manchmal auch Nektar 3 und Pollen 3). Durch ihren dichten Wuchs eignet sich die Strauchkastanie auch als geschützter Nistplatz für Vögel und sie bietet zudem auch vielen Insekten Unterschlupf und Lebensraum.

  

Erdhummeln und Honigbienen auf den Strauchkastanien-Blüten

In der Strauchkastine herrscht munteres Summen und Brummen!

Was verträgt die Strauchkastanie nicht?

Strauchkastanie / Strauch-Kastanie / Strauch-Rosskastanie mit hellgrünem und dunkelgrünem Laub sowie weißen, halb erblühten Blütenripsen. Bild K.D. Michaelis
  • Der Boden sollte nicht komplett austrocknen.
      
  • Staunässe würde die Wurzeln verfaulen lassen.
      
  • Eine zu hohe Salzkonzentration im Boden (zum Beispiel durch Winter-Streusalz, wenn die Strauchkastanie direkt neben einer häufig gesalzenen Straße steht). Das führt in der Regel zu einem Vergilben der Blätter.
      
  • Zuviel Wind. Ein windgeschützter Standort ist empfehlenswert.
      
  • Kompletter Vollschatten ist selbst der Strauchkastanie dann doch zu dunkel.

Was macht die Strauchkastanie für Städteplaner interessant?

Die Strauchkastanie gilt als 'rauchhart' / 'industriefest' und ist somit relativ unempfindlich gegenüber Luftverschmutzung, weshalb sie sich gut zur urbanen Stadt-Begrünung eignet.

 

Daneben ist die Strauchkastanie auch noch deutlich unempfindlicher gegenüber Hitze als die Gewöhnliche Rosskastanie. So sollte sie auch mit den künftig heißeren Sommern besser zurechtkommen.


Als Flachwurzler treibt die Strauchkastanie unterirdische Wurzelausläufer, denen man mit einer Rhizomsperre / Wurzelsperre entgegenwirken kann, wenn sie sich an einem speziellen Standort nicht allzu sehr ausbreiten soll.  


Noch mehr insektenfreundliche Futterpflanzen gesucht, deren Blüten auch uns selbst gut gefallen? Dann schaut doch einfach einmal in mein Bienen- und Honigbuch: Bienen unterstützen und Bienen halten - Ein Plädoyer für Bienen und heimische Imker . Es hat ein Extra-Kapitel, das sich nur mit tollen Vorschlägen für Insektenweiden, ihren Standortansprüchen und deren  Blühzeiträumen befasst.


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