Jasmin lockt Bienen an

Weiße Blüten des Bauernjasmin, Gartenjasmin, Falscher Jasmin, Europäischer Pfeifenstrauch von K.D. Michaelis

Falscher Jasmin / Bauernjasmin / Gartenjasmin / Duftjasmin oder Europäischer Pfeifenstrauch

Diese Jasminarten duften tagsüber

An der Vielzahl der Bezeichnungen kann man schon erkennen, dass dieser Jasmin in vielen verschiedenen Varianten gezüchtet und verkauft wird und sich deshalb auch so vieler verschiedener Namen bedient. Gemeinsam ist ihnen allen, dass die normalerweise einen starken Duft verströmen und sehr schöne, weiße Blüten hervorbringen, die oftmals auch in großer Zahl auftreten. Wobei sowohl eher runde, als auch spitz zulaufende Blütenblätter zu finden sind. Der angenehme Duft des Pfeifenstrauches betört nicht nur unsere Nasen, sondern lockt auch stets eine Vielzahl von Insekten an.

Blütezeit des Bauern-, Garten- oder Duftjasmins

Die Blütezeit liegt in den Monaten Mai bis Juli - das ist von der jeweiligen Sorte abhängig.

 

Meist zeigen sich die Blüten jedoch, wie z.B. bei Philadelphus 'Erectus', beim Pfeifenstrauch / Falscher Jasmin Philadelphus 'Girandole', beim Philadelphus 'Lemoinei', beim Gefüllten Gartenjasmin / Pfeifenstrauch Philadelphus 'Schneesturm' und auch beim Gartenjasmin Philadelphus 'Manteau d' Hermine' von Juni bis Juli.

 

Wohingegen der Gefüllte Pfeifenstrauch Philadelphus coronarius 'Little White Love®' seine doppeltgefüllten Blüten von Mai bis Juni öffnet. Im gleichen Zeitraum blüht auch der Europäischer Pfeifenstrauch / Bauernjasmin Philadelphus coronarius mit seinen einfachen Blüten.

 

Alle diese recht anspruchslosen, winterharten Jasminarten lassen sich sowohl einzeln, als auch in Gruppen, als Hecke oder unter Gehölzen pflanzen, was sie zu sehr beliebten Zierstrauch in Garten- bzw. Parkanlagen macht - daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Standorte können dabei sowohl sonnig, als auch halbschattig sein.


Kletterjasmin / Sommerjasmin / Solanum jasminoides

Dieser Jasmin duftet nachts

Blüten des Kletterjasmins oder Sommerjasmins von K.D. Michaelis

Anhand seiner Blütenform ist der Kletterjasmin (Sommerjasmin, Solanum laxum/jasminoides) sehr leicht von den anderen vorgenannten Jasmin-Arten zu unterscheiden. Seine zarten Blüten sind viel kleiner und erscheinen büschelweise von März bis Oktober. Verfügt er über eine Rankhilfe, einen warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort bei guter Nährstoffversorgung und regelmäßigem Gießen entwickelt er sich üppig und kann bis zu 3 Meter hoch werden. Ein Rückschnitt im Herbst wird von der Pflanze gut vertragen.

 

Normalerweise ist diese Jasmin-Art in unseren Breiten nicht winterhart und sollte deshalb während der Frostperiode (spätestens im Oktober bis etwa Mitte April) im Haus kühl überwintert werden. Dazu eignen sich unbeheizte Wintergärten, Treppenhäuser oder andere Nebenräume). In geschützten Lagen kann man jedoch auch einmal Glück haben. Ich habe meinen Sommerjasmin nun schon das zweite Jahr in Folge auf dem Balkon. Dazu muss man allerdings sagen, dass Hannover oft sowieso relativ warme und fast schon schneefreie Winter bietet, was der Pflanze natürlich sehr zu Gute kommt. Außerdem ist mein Balkon verkleidet, so dass auch keine kalten Winde direkt um den Topf wehen können.

 

Auch der Sommerjasmin verströmt einen sehr angenehmen Duft, im Gegensatz zu seinen Verwandten mit den deutlich größeren Einzelblüten des Garten - bzw. Bauernjasmins duftet diese Jasminart nur nach Sonnenuntergang und nicht tagsüber. Gerade deshalb fühlt sich ein Sommerabend auf dem Balkon oder der Terrasse natürlich besonders lau, mediterran und irgendwie nach Urlaub an, wenn man ihn neben einem Sommerjasmin im Kübel geniesen kann. Trotzdem finden auch Bienen und Hummeln die kleinen Blüten tagsüber, wobei sich das Landemanöver auf den filigranen Blüten nicht immer ganz so einfach gestaltet.


Für alle Jasmin-Fans, die gar nicht genug bekommen: der Winterjasmin

Diese Jasminart verströmt keinen Duft

Eine absolute Ausnahme, was die Blütezeit und auch die Blütenfarbe anbelangt, ist der Winterjasmin Jasminum nudiflorum, der - wie sein Name schon richtig vermuten lässt, von November/Dezember bis März einfache, leuchtend gelbe Blüten hervorbringt. Als wärme- und kalkliebende Kletterpflanze reicht eine Rankhilfe aus, um mit ihm Mauern oder Hauswände zu begrünen und sich selbst mitten im Winter an seiner Blütenpracht erfreuen zu können. Dabei kann der Winterjasmin durchaus 3 bis 5 Meter hoch werden. Ohne Kletterhilfe formt der Winterjasmin ein wirres, undurchdringlich dichtes Gebüsch.

 

Besitzer dieser Pflanze beschreiben sie als pflegeleicht und empfehlen lediglich einen Rückschnitt nach der Blüte, da sich der Winterjasmin ansonsten über so genannte Absenker vermehrt. Das sind Pflanzensprosse, die sich herabbiegen und dann in einiger Entfernung von der Wurzel der Mutterpflanze wieder den Kontakt mit dem Boden suchen, um dort eigene Wurzeln zu bilden. So entsteht eine selbständige, aber genetisch identische Tochterpflanze.

 

Obwohl die Blüten des Winterjasmins keinen Duft verströmen, lockt er trotzdem sehr erfolgreich Insekten, wie Bienen und Hummeln an. Denn auch wenn man dies so kaum vermuten würde, auch Bienen trauen sich an sonnig-milden Wintertagen heraus aus ihrem Winternest, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wird der Bienenstock von der Sonne erwärmt und die Temperatur klettert auf über 12 Grad Celsius, dann lockt das die Mädels auch im Winter vor die Tür. Hummeln sind sogar noch früher im Jahr unterwegs. Wenn die Sonne den Boden erwärmt und die Temperatur über null Grad klettert, erwachen die Hummelköniginnen. Hummeln können sich durch die Muskulatur ihrer Flügel warmzittern und erreichen die zum Fliegen nötige Körpertemperatur dadurch schneller als Bienen, die dies nicht können. So kann man Hummeln oft schon ab einer Außentemperaturen von 3 Grad Celsius fliegen sehen.

 

An manchen Standorten blüht der Winterjasmin so früh im Jahr, dass die Besitzer berichten, dass nur die große blaue Holzbiene von seinem Nahrungsangebot profitieren kann, weil die anderen Wildbienenarten erst später im Frühjahr - nach der Blüte - auf Sammelflug gehen. Allerdings würde es sich meines Erachtens nach selbst dann schon rentieren, sich diesen Winterblüher anzuschaffen - nur alleine für dieses wunderschöne Insekt.


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