Urbanes Gärtnern - für ein laut summendes Hannover!

Hannover summt! Vortrag im Ihmezentrum Hannover

Inspiriert durch die Vorbereitung auf diesen Vortrag und natürlich auch durch die Veranstaltung bei der Landeshauptstadt Hannover - Fachbereich Senioren selbst, möchte ich einen Teil der dabei von mir am 05.02.2020 aufgestellten Forderungen gerne noch einmal schriftlich festhalten.

  • Übernahme von Verantwortung für die Umwelt durch jeden Einzelnen von uns
  • Ächtung von Gärten, die nur noch aus einer Anhäufung von Steinen oder nur aus 'englischem Rasen' bestehen
  • Akzeptanz von natürlichen, 'ungeordneten' Strukturen
  • Insektenfreundliches Gestalten von Grünflächen jeglicher Art bis hin zum
  • Guerilla Gardening!

Um ein Wachrütteln der Politiker und eine Umkehrung des Verbots-Prinzips zu erreichen.

 


Weiterführende Links rund um das Thema insektenfreundliches Gärtnern - auch in Hannover!


Insektenfreundliches Gärtnern für alle: so könnte es gehen

Urban gardening / Urbanes Gärtnern / Guerilla gardening

Wir sollten nicht darauf warten, dass die Politik vernünftige Entscheidungen fällt, die sich tatsächlich einmal zum Vorteil der Insekten entwickeln und nicht nur eine gutgemeinte Alibifunktion aufweisen.
Wir alle können und sollten selbst etwas tun. Die Verantwortung für unser Wohlergehen und unsere Umwelt endet ja nicht an unserer Haustüre. Wir könnten und sollten uns ganz unbedingt dafür selbst verantwortlich fühlen und nicht darauf warten, dass der Staat das schon von ganz alleine in unserem Sinne regeln wird.

 

Es ist UNSERE Stadt und unsere unmittelbare Umgebung. Diese sollten wir erlaubterweise und straffrei begrünen bzw. insektenfreundlicher gestalten dürfen und nicht erst beim Ordnungsamt nachfragen müssen, ob das in jedem Einzelfall erlaubt ist. Denn im Moment ist so eine schriftliche Erlaubnis die einzige Möglichkeit, Rechtssicherheit für das eigene Biotop-Vorhaben zu erlangen.


Wir müssen das Verbotsprinzip kippen, solange die vorhandenen Grünstreifen um die Straßenbäume noch nicht offiziell zum Gärtnern freigegeben sind, notmals evtl. sogar mit zivilem Ungehorsam. Denn im Augenblick ist dies noch Sachbeschädigung, selbst wenn dies in den allermeisten Fällen niemanden bei den Strafverfolgungsbehörden auf den Plan ruft. Wer möchte, findet auf der verlinkten Seite ein paar Gedanken zu diesem Straftatbestand, die sich die Nutzer des Juraforums bezüglich des wilden Gärtnerns auf öffentlichen Flächen so gemacht haben:
https://www.juraforum.de/forum/t/wildes-gaertnern-auf-oeffentlichen-flaechen-guerilla-gaertnern.467146/


Aber egal, ob eigentlich verboten oder offiziell erlaubt, eine insekten- und menschenfreundliche Umgestaltung von reinen Grasflächen in kleine Biotope, die von den Anwohnern liebevoll betreut und kostenlos gepflegt werden, sind ein Gewinn für uns alle und sollten - dem gesunden Menschenverstand nach - auch ein gutes (Wahlkampf-)Argument für Lokalpolitiker sein.


Trotzdem muss man scheinbar erst Öffentlichkeit erzeugen. Wobei manchmal auch 'unerlaubte' Aktionen (zu denen ich offiziell nicht aufrufen will und darf) oder vielleicht ja auch eine richtige Flut von Biotop-Anfragen beim Ordnungsamt bzw. eine Petition (Unterschriftensammlung) ein probates Mittel sein können, um den Fokus auf dieses Problem zu lenken und den offensichtlich nötigen Druck auf die Regierenden soweit auszubauen, dass wir hoffentlich bald dahin kommen, dass es uns grundsätzlich erlaubt wird, diese kleinen Grünflächen um die Straßenbäume überall in wertvollen Naturraum umgestalten zu dürfen.

Das wäre ein wirklich wichtiger Sieg - zum Vorteil von uns allen - Menschen und Insekten!

 

Ich persönlich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass dies auch dem Fremdenverkehrsamt gefallen würde, wenn Hannover die erste (ohnehin schon sehr grüne) Stadt wäre, die ihren Bürgern das Gärtnern rund um die Straßenbäume generell erlaubt.


Die kleinen Freunde der Straßenbäume und Insekten

Ursprünglich nutzte man beim Guerilla Gardening so genannte Saatbomben, die man auf den zu begründenden Flächen 'platzen' ließ, wodurch auch der Name seinen Bezug erhielt. Im Falle einer besonders insektenfreundlichen Bepflanzung wäre dies jedoch nicht das wirklich am besten geeignete Mittel der Wahl. Weshalb ich im Nachgang gerne ein paar bessere Bepflanzungsmöglichkeiten aufführen möchte.

 

Die gute Nachricht: Die meisten unserer Straßenbäume sind Laubbäume, die sich in aller Regel besser für eine Begrünung des Wurzelbereiches eignen, als Nadelbäume.


Trotzdem ist dieser Bereich nicht ganz einfach zu bepflanzen. Das liegt daran, dass sich aufgrund der Baumwurzeln nur sehr schwer Pflanzlöcher graben lassen und man aufpassen muss, das Wurzelwerk des Baumes nicht zu verletzen. Zudem übt dieses auch einen so genannten Wurzeldruck auf die zusätzlichen Pflanzen aus, wodurch diese sich schwerer gegen den Baum durchsetzen und damit nicht ganz so gut wachsen können.

 

Am schwierigsten ist also der Bereich direkt um den Baumstamm, der zudem auch am trockendsten und am schattigsten ist, was die Auswahl der möglichen Begleitpflanzen nicht unerheblich einschränkt.


Grün- und Blühpflanzen, die sich für eine Unterpflanzng unter Sträuchern oder Bäumen eignen:
Schneeglöckchen, Frühlings-Knotenblume (auch Märzenbecher oder großes Schneeglöckchen genannt), Christrosen, Primeln und Winterlinge. In der Nähe des Stammes lassen sich Storchschnabel, Kletterrosen, Clematis (Waldreben), Elfenblume, Waldastern, Farne oder Efeu anpflanzen.

 

Weiter weg vom Stamm - mit mehr Licht und nicht ganz so trocken - finden: Bergenie, Fingerhut, Hasenglöckchen, Purpurglöckchen, Funkie, Nelkenwurz, Astilbe, Sterndolde und Küchenkräuter, wie Minze, Majoran, Thymian, Rosmarin oder Salbei ihren Platz. Kleinblättriges Immergrün (Vinca Minor) - ein Bodendecker, den es in weiß, lila, rosa oder pink gibt wäre ebenfalls eine Möglichkeit, genauso wie die Japanische Lavendelheide (Pieris japonica).


Tue Gutes und sprich darüber!

Getreu dem Motto: 'Tue Gutes und sprich darüber', freue ich mich über Rückmeldungen zu bereits bestehenden oder in Planung befindlichen Projekten, die solche insektenfreundlichen Grünflächen in der Stadt bereits angelegt haben oder dies noch tun möchten.


Völlig unabhängig davon, ob es sich bei den Initiatoren um Privatpersonen, Firmen oder öffentliche Stellen handelt. Jede insektenfreundliche Innenhof-, Freiflächen-, Fassaden- oder Dachbegrünung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, über die ich gegebenenfalls auch gerne berichte, wenn sich dies einrichten lässt.


'Steingärten' und 'englischer Rasen': Nein, danke!

Wir brauchen eine Bewusstseinsveränderung in den Köpfen der breiten Mehrheit. Dahingehend, dass mehr Natur nicht nur für Insekten, sondern auch für uns selbst nicht nur gut, sondern überlebenswichtig ist.

Denn was im öffentlichen Raum erstrebenswert wäre, ist im privaten Garten natürlich sehr viel leichter umzusetzen. Denn hinter dem eigenen Gartenzaun kann man schließlich ganz alleine über die Gestaltung entscheiden.


Es wäre schon viel geschafft, wenn wir es in nicht allzu ferner Zukunft hinbekommen, dass Vorgärten, die nur aus Steinen in unterschiedlicher Größe bestehen oder auch reine, englische Rasenflächen in Zukunft verpönt sind, da sie für Insekten einfach nur eine Wüste darstellen.

 

Man sollte von den Nachbarn ruhig ein wenig schief angeschaut werden, wenn man KEINEN, kleinen 'unaufgeräumten' Lebensraum auf seinem Grundstück hat bzw. im Umkehrschluss dafür bewundert werden, wenn man beispielsweise Brutmöglichkeiten für Solitärbienen in Form einer kleinen Mauer mit vielen Ecken, Nischen und Ritzen samt einer sonnenbeschienenen, leicht abfallenden Sandfläche davor anbietet oder Futterpflanzen für Insekten - wie z.B. Brombeeren - angebaut hat, die eine ganze Gartenecke auch einfach mal ganz unkontrolliert zuwuchern dürfen.

 

Heutzutage ist dies leider noch genau umgekehrt.

 

Wir versuchen immer noch, selbst Gärten in ein geordnetes, aufgeräumtes Schema zu pressen, obwohl wir den Pflanzen ruhig einfach etwas Freiraum lassen sollten. Es kostet gar nichts, außer ein bisschen Umdenken und guten Willen, wenn wir uns mit dem nicht gradlinigen und auch nicht 100 %ig aufgeräumten Wesen der Natur wieder anfreunden würden.


Murphy's law

eBook/Buch: Bienen unterstützen und Bienen halten - Ein Plädoyer für Honig und heimische Imker von K.D. Michaelis

Gestern (am 05.02.2020) hätte ich meine brandneuen Bienenbücher wirklich gerne mitgenommen zu diesem Vortrag, der sich ja schließlich um ein wesentliches Kapitel des Buches drehte. Welchen Beitrag der Einzelne - insbesondere durch Balkon- und Gartengestaltung - leisten kann, um Lebensraum und Nahrungsangebote für Bestäuberinsekten zu schaffen.

 

Angekommen sind sie leider erst heute
- einen Tag später / zu spät...

 

Andererseits kam die Einladung hierzu auch sehr spontan, aber schön wäre es schon gewesen,
die Bücher gestern schon zu haben. Shit happens. ;-)