Gleitgel, Gleitcreme

Gleitmittel, Gleitgel, Gleitcreme, Bild: K.D. Michaelis

Bild: © K.D. Michaelis

Gleitgel gibt es auf Wasser-, Silikon- oder Ölbasis. Allerdings unterscheiden sie sich in ihrer Gleitfähigkeit und -dauer. Es kommt also darauf an, wofür Ihr sie einsetzen wollt.

 

Wasserbasierte Gleitmittel sind am flüssigsten. Das hat Vorteile beim Auftragen auf verwinkelten Flächen, allerdings braucht man davon auch etwas mehr. Da sie deutlich schneller in die Haut einziehen, hält die Gleitfähigkeit auch nicht so lange an, weshalb sie für den verletzungsgefährdeteren Analbereich nicht die erste Wahl sein sollten.. Ein früheres, erneutes Auftragen von Gleitgel bei längeren Spielzeiten erhöht den Gelverbrauch zusätzlich. Vom Preis her gesehen, sind sie dafür günstiger, wie die Silikon-Variante. Für Spiele im nassen Element, also unter der Dusche oder in der Wanne eigenen sich diese Gleitgels nicht, da sich einfach zu leicht mit Wasser entfernen lassen, was beim Reinigen natürlich wiederum ein Vorteil ist. Diese Art von Gleitgels benötigt fast immer Konservierungsstoffe, zu den auch die so genannten Parabene gehören. Auf der Rückseite finden sich diese beispielsweise als: Methylparaben, Propylparaben, Butylparaben oder Ethylparaben.

 

Gleitmittel auf Öl- oder Fettbasis sind angenehm weich und gut verteilbar. Sie trocknen kaum ein und sind deshalb gerade für längere Spielsessions gut geeignet. Außerdem sind sie fast immer frei von Konservierungsstoffen, was bei wasserbasierten eher die Ausnahme ist. Für den Spaß unter der Dusche oder in der Wanne sind diese kleinen Helferlein sehr gut geeignet, da sie sich in Wasser nicht lösen. Trotzdem muss man sie natürlich sowohl von sich selbst, als auch manchmal vom Bettbezug oder anderen Materialien entfernen, was nur mit Wasser - also ohne Seife - nicht möglich ist. 

 

Gleitgels auf Silikon-Basis sind nicht so flüssig wie ihre wasserbasierten Alternativen. Diese etwas zähere Konsistenz wird aber durchaus nicht von allen Verwendern geschätzt. Allerdings bleibt der Rutscheffekt so auch länger erhalten und man kann diese sparsamer anwenden. Durch die bessere Gleitfähigkeit eignen sich diese besonders für das Spielen mit der Rosette. Alternativ sind im Analbereich aber auch Gleitcremes eine gute Wahl. Speziell für den Gay-Bereich werden auch so genanntes Anal-Serum (zur Reduzierung der Empfindlichkeit) oder auch Anal-Sprays angeboten.

Kondome und Gleitmittel

Was die Verwendung zusammen mit Kondomen angeht, gibt es weder bei den wasserbasierten, noch bei den silikonbasierten Gleitgels eine Einschränkung.

Latexfreie Kondome können bedenkenlos auch mit ölbasierten Gleitgels zum Einsatz kommen.

 

Gleitmittel auf Ölbasis sollten jedoch nicht mit Latexkondomen benutzt werden, da Öl bzw. Fett Latex porös und damit brüchig machen kann. Auch ein Verformen oder Auflösen des Latex ist möglich. Weshalb auch andere fetthaltige Alternativen, wie z.B. Speiseöl, Babyöl oder Massageöl sich für Latexkondome und natürlich auch in Verbindung mit Latex-Kleidung nicht eignen. Das gilt übrigens auch für Vaseline, Kokosöl oder Butter.

 

Auf manchen Umverpackungen fehlen Hinweise, wie wasserbasiert. Ist der erste oder zweite Inhaltsstoff Aqua, ist die Frage jedoch auch schnell beantwortet.

Toys und Gleitmittel

Gleitmittel auf Wasserbasis

  • Diese kann man zwar theoretisch auch mit Anal-Spielzeug (egal aus welchem Material) kombinieren, aber natürlich gilt für die Toys das gleiche, wie für den echten Penis. Für diesen Bereich besser auf Gele auf Silikonbasis zurückgreifen, da deren Gleiteigenschaften einfach besser sind.
  • Falls Ihr einen Dildo oder Vibrator aus Holz besitzt, ist dieser meist nur geölt oder gewachst. Sprich er hat keine wirkliche Oberflächenversiegelung (wie bei einer unbeschädigten Lackierung), weshalb Wasser eindringen könnte und das Spielzeug im schlimmsten Falle unbrauchbar wird. Hochdruckimprägnierungen verhindern zwar länger das Eindringen von Feuchtigkeit, aber auch nicht unbegrenzt. Allerdings sind diese meist kleineren Hersteller sehr hilfsbereit und geben gerne bereits beim Kauf bereitwillig Auskunft über das passende Gleitgel.

Gleitmittel aus Silikonbasis

  • Silikon-Spielzeug und Gleitmittel aus Silikonbasis vertragen sich nicht! Die Oberfläche kann angegriffen und auf längere Sicht sogar zersetzt werden. Das gilt auch für andere High-Tech-Materialien (wie z.B. TPE & TPR). Gleitmittel auf Wasserbasis sind hier die bessere Wahl. Im Zweifelsfalle hilft auch hier ein Blick auf die Herstellerseite.
  • Beim Oralverkehr empfehlen ebenfalls einige Hersteller besser auf wasserbasierte Alternativen auszuweichen, da Silikone im Verdacht stehen, sich im Körper anzureichern.
  • Im Gegensatz zu wasserbasierten Gleitgelen können Silikon-Gleitgele schon mal unschöne und vor allem hartnäckigere Flecken auf der Bettwäsche oder dem Sofa hinterlassen. Das lässt sich allerdings leicht mit einem wasserundurchlässigen Sexlaken verhindern.

Gleitmittel auf Fett- oder Ölbasis

  • Spielzeug oder Kleidung aus Latex (Gummi) sollten nicht mit fett- oder ölhaltigem Gleitgel benutzt werden, dieses für Verformungen oder Auflösungserscheinungen sorgen kann.
  • Diese Gleitmittel können ebenfalls schwieriger zu entfernende Flecken verursachen, als die wasserbasierten. Weshalb auch hier eine entsprechende Unterlage von Vorteil sein kann.

Spaßfaktor

Egal ob als Ersatz oder zusätzlich zu den körpereigenen Gleitmitteln verstärken Gleitgele die Intensität des Spiels bei allen Beteiligten. Neben den chemischen Eigenschaften spielt aber manchmal auch nur der Geschmack eine Rolle. Vom klassischen Kirschgeschmack, über Kokos bis zu Maracuja - gibt es eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen, die aber alle relativ künstlich schmecken und natürlich auch sind.

 

Aloe Vera oder Kokosöl sind natürliche und pflegende Zusätze, die sich zudem günstig auf die Vaginalschleimhaut auswirken, schmecken allerdings auch nur bedingt :-). Für empfindliche Nutzer ist hierbei wichtig, dass in solchen Gels möglichst auch keine sonstigen Duft- oder Farbstoffe bzw. Konservierungsmittel enthalten sein sollten. Mit Ausnahme der silikonbasierten Gleitgele spricht nichts dagegen, Gleitmittel auch oral zu nutzen bzw. dabei auch zu schlucken. Wer möchte bekommt auch ph-neutrale bzw. vegane Gleitmittel in Bio-Qualität ;-)

 

Für eine zusätzliche Stimulation gibt es auch Gleitgels, denen weiche Massage-Perlen untergemischt sind. Wärmende Gleitmittel sollen die Durchblutung erhöhen - wobei wärmend dabei die richtige Bezeichnung ist - es wird also tatsächlich nur wärmer, aber nicht heiß ;-). Glaubt man den Versprechen der Hersteller, gibt es auch Gleitgele, die durch ihren speziellen Inhaltsstoff prickelnd, wärmend und kühlend zugleich wirken...

Fazit: Gut geschmiert ist halb gekommen ;-)