Peitschen, Gerten, Paddel, Flogger

Peitsche, Peitschen, Bild: K.D. Michaelis

Bild: © K.D. Michaelis

Wem ein mehr oder weniger kräftiger Schlag mit der flachen Hand auf den Hintern beim Sex einen zusätzlichen Lustgewinn beschert, der ist vielleicht auch bei der Peitschen-, Gerten-, Paddel- oder Flogger-Fraktion richtig und möchte das gerne einmal ausprobieren. Entgegen der landläufigen Meinung, muss man mit diesen Gerätschaften nicht wild drauflos zuschlagen. Man kann damit auch leichte, fast streichelnde Reize auf nackter Haut verursachen. Dafür sind die oben abgebildeten Muster (aus Kunstleder, Gummi bzw. Silikon) durchaus gut geeignet, auch wenn man selbst mit diesen schon ein ganz schönes Zwirbeln verursachen kann.

 

Im BDSM-Bereich („Fesseln (Bondage) & Disziplin“; „Dominanz & Unterwerfung (Submission)“ und „Sadismus & Masochismus“) werden vielfach relativ teure Spezial-Peitschen verwendet, die aus Leder (z.B. Reitpeitschen / Reitgerten) oder auch aus Rosshaar sein können. Dort gibt es dann auch Hanf-Schlagseile oder Ähnliches.

 

Bevor man sich jedoch daran traut, wenn dies überhaupt eine Spielart ist, die einem gefällt, probiert lieber erst einmal die harmloseren Varianten aus und zwar OHNE dabei fixiert zu sein! Absolutes Vertrauen zum Partner ist hierbei durch nichts, aber auch durch gar nichts zu ersetzen. Denn 50 Shades of Grey ist eher eine gut verkäufliche Form von "BDSM in der Hausfrauen-Variante", die nichts mit der Realität zu tun hat. Dieser Film verharmlost BDSM und seine möglichen Folgen. Hier ist durchaus Vorsicht angebracht, besonders wenn man nicht alle Beteiligten wirklich gut kennt und dementsprechend das Risiko auch nicht wirklich einschätzen kann, das man dabei zwangsläufig eingeht.

 

Jeder Mensch hat eine persönliche Schmerzgrenze, die man ihm nicht ansieht. Fesselspiele mit oder ohne Peitschen sollten tabu sein, wenn man sich nicht ganz sicher ist, dass der Partner bei einem zuvor vereinbarten Codewort auch sofort stoppt bzw. wenn man sich vorher überhaupt nicht darüber unterhalten und ein solches vereinbart hat. Dann kann aus einem interessanten Spiel sehr schnell ein Alptraum werden, den man unter Umständen den Rest seines Lebens nicht mehr vergisst. Andererseits gibt es natürlich auch Personen, die dies zu ihrem ausdrücklichen Fetisch erklärt haben und die sich freiwillig grün und blau schlagen lassen bzw. blutige Striemen erregend finden. Das ist ein weites Feld, indem auch Extreme durchaus manchmal ihren Platz haben.

 

Wer Fesselspiele mit einem ihm vertrauten Partner testen will, der kann natürlich auch zu einem entsprechend preisgünstigen Set greifen, bei dem oftmals neben einer Augenbinde, Hand- und Beinfesseln, ein Knebel und ein Seil nebst kleiner Peitsche angeboten werden.

Fazit: Von zart bis hart ist alles möglich