Giftige Schönheit - der Fingerhut

Fingerhut - einen hummelfreundliche Gartenschönheit von K.D. Michaelis

Der Fingerhut (Digitalis) ist eine hübsche Staudenpflanze, die es in allen möglichen Farben gibt, wobei sich die verschiedenen Sorten auch in ihrer Höhe unterscheiden, weshalb man zwischen 30 bis 200 Zentimetern fast alles findet. Für den Menschen und seine Haustiere (wie z.B. Hunde oder Katzen) sind jedoch alle Arten des Fingerhuts giftig.

 

Er ist meist zweijährig und lässt sich durch einfache Aussaat der winzigen Samen ins Beet gut vermehren. Da der Fingerhut normalerweise auf Waldlichtungen vorkommt, kann er sowohl direkte Sonne, wie auch Halbschatten oder Schatten vertragen und fühlt sich auch am Rand von Gehölzen wohl. Bei feuchtem Boden (ohne Staunässe) gedeiht diese krautige Pflanze gut.

  

Brachfläche mit einer Vielzahl von hellgelben und pinkfarben blühenden Fingerhut-Pflanzen im Sonnenschein von K.D. Michaelis

Auch Brachflächen eignen sich gut als Standort für den Fingerhut, der dann auch gerne mal in großer Zahl zu finden ist - wie auf dem Bild nebenan zu sehen, auf dem gleich etliche hellgelbe und pinkfarben blühende Fingerhut-Pflanzen im Halbschatten und in der Sonne blühen. Zum Vergrößern bitte einfach auf das Bild klicken. Der Fingerhut ist eine so genannte Pionierpflanze. Er besiedelt neben Waldrändern auch kahle Flächen - zum Beispiel nach einem Sturmschaden. Ähnlich wie dies auch das Waldweidenröschen tut, sobald Windböen Schneisen in einen Wald gerissen und so eine neue Lichtung entstanden ist. Besonders gut funktioniert dies auf
kalkarmen und ausreichend mit Stickstoff versorgten Böden, die zudem eine mittlere Feuchte aufweisen.

Nahaufnahme einer Gartenhummel, die trotz stürmischer Windböen versucht, den Blütenkelch eines Fingerhuts anzufliegen von K.D. Michaelis

Hummeln lieben diese Pflanze, weshalb man den Fingerhut auch getrost als Hummel-Tankstelle bezeichnen kann. Er blüht meist von Juni bis in den August. Je nach Witterung können sich seine hübschen Blütenkelche aber auch schon im Mai öffnen.

 

Die Neuauflage des Kino-Klassikers: Vom Winde verweht! Im Bild rechts versucht eine Gartenhummel - trotz stürmischer Böen - die Einflugschneise in der Mitte der Fingerhutblüte zu treffen. Nicht nur schwierig für die Hummel - sondern auch für die Fotografin - wie man sieht *ggg. PS: Es gab ein Happy End für die Hummel und sie kam zu ihrem Nektar. Für den Fingerhut werden folgende Werte angegeben: Nektar 2 / Pollen 1.


Da Hummeln zu den Echten Bienen gehören, darf man den Fingerhut folglich auch als bienenfreundlich bezeichnen, auch wenn ihn ansonsten eher wenige andere Wildbienenarten als Nahrungsquelle nutzen. Allerdings können Bienen bekanntlich (zum Glück!) nicht lesen und halten sich folglich auch eher selten an solche menschlichen Aussagen, wie das nachfolgende, rechte Bild zeigt :-). Auch als Raupenpflanze dient der Fingerhut. Weshalb ihm ein kleiner Schmetterling sogar seinen Namen verdankt: der Fingerhut-Blütenspanner (Eupithecia pulchellata) - auch Rotfingerhut-Blütenspanner genannt. Als Nachtfalter dürfte er nicht vielen bekannt sein, auch wenn von Mai bis August unterwegs ist. Seine Raupen machen es sich im Inneren der Blütenkelche des Roten Fingerhutes (Digitalis purpurea) bequem. Dazu verschließe sie die Blüte vorne mit einer Art Gespinst. Dann fressen sie Stempel und Staubgefäße.

  

Blütenkelche eines weissgelben Fingerhuts im Sonnenschein von K.D. Michaelis
Glockenförmige pinkfarbene Blütenkelche mit dunklen Sprenkeln und einer Biene mit gelben Pollenhöschen von K.D. Michaelis

Die beiden folgenden, wunderschönen Aufnahmen stammen von Marc Wettering
- vielen Dank auch dafür!

Rosa Fingerhutblüten mit Hummelkönigin beim Nektarsammeln von Marc Wettering
Rosa Fingerhutblüten mit Hummelkönigin im Anflug von Marc Wettering


Unsere Hummel-Videos


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