Sommerliche Bienenweide: die Passionsblume

Die blaue Passionsblume - winterhart, perfekt für vertikale Gärten und eine tolle Bienen- und Hummelweide von K.D. Michaelis

Passionsblumen sind eine wirklich sehr artenreiche Pflanzengattung. Normalerweise ist die Passionsblume nicht winterhart und vielen daher nur als Topf- oder Zimmerpflanze bekannt. Wie immer, bestätigt aber auch hier die Ausnahme - in Form der winterharten Sorten - die Regel. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 4 Metern lassen sich auch Hauswände oder Zäune begrünen, vorausgesetzt der Platz ist hell und sonnig genug und verfügt über eine Rankhilfe.

 

Für eine Neuanlage empfiehlt sich ein etwas geschützter Standort, z.B. in der Nähe von Hauswänden, Mauern oder Holzzäunen, damit eisige Winde den Pflanzen nicht allzu sehr zusetzen können. Bei dieser Anlage in Hannover schützt eine kleine, etwa 50 cm hohe Trockensteinmauer den frostempflindlicheren Wurzelbereich der Blauen Passionsblumen auf der rückwärtigen Seite zum Garten hin. Seitlich befindet sich ein recht dichter, hoher Holzzaun, der den Garten zur Straße hin abgrenzt und auf der Vorderseite bietet die relativ nahe Hauswand Schutz. Das funktioniert bereits seit einigen Jahren perfekt und diese phantastische Blütenpracht erscheint jedes Jahr aufs Neue und zieht unzählige Insekten - hauptsächlich Bienen - an. Die richtige Pflanzzeit für Passionsblumen ist das Frühjahr. Dann haben die Pflanzen den ganzen Sommer über ausreichend Zeit, sich an ihrem neuen Standort zu etablieren.

 

Die allermeisten der über 400 Passionsblumen-Arten sind einjährig. Es gibt aber auch einige wenige, winterresistente Formen der Passionsblume, wie z.B.:

  • Die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea).
    Sie eignet sich für Gegenden mit eher milderen Wintern, bei denen die Temperaturen möglichst nicht unter  -10 °C sinken sollten.  
  • Die Fleischfarbene Passionsblume (Passiflora incarnata).
    Sie hält auch härtere Winter mit bis zu -20 °C aus.
  • Die Gelbe Passionsblume (Passiflora lutea).
    Auch sie verträgt Temperaturen von unter -15 °C und übersteht für sehr kurze Zeit sogar bis zu -30 °C.

Bei solch eisigen Temperaturen sterben die oberirdischen Pflanzenteile natürlich ab. Trotzdem sind die Pflanzen im Frühjahr in der Lage, erneut auszutreiben. Das funktioniert aber nur, wenn die Passionsblumen in die Erde gesetzt werden. Pflanzt man sie in Töpfen, frieren diese durch und das überleben die Passionsblumen nicht. Also unbedingt direkt in den Boden setzen und dabei einen Pflanzabstand von circa 50 Zentimetern berücksichtigen.

 

Eine ganze Passionsblumenwand in voller Blüte ist ein ganz außergewöhnlich schöner Anblick, den man in unseren Breiten nicht allzu oft bestaunen kann. Die einzelne Blüte bleibt bei den meisen Arten zwar nur 1 bis 3 Tage geöffnet, da jedoch von Mai oder Juni an bis in den September stets neue Blüten erscheinen, bietet so eine blühende Wand oder ein blühender Zaun während der eher nektararmen Sommerzeit eine tolle Insektenweide, an der sich neben Bienen auch Hummeln gerne laben. Bei einigen Unterarten schließen sich die Einzelblüten auch über Nacht, nur um sich am nächsten Morgen - wie von Zauberhand - wieder zu öffnen.

 

Am 21. Juni haben wir mit verschiedenen Kameras dieses bunte Treiben auf der Passionsblumenwand aufgenommen. Hier geht's zu unseren Bienen-Videos, die Euch hoffentlich so gut gefallen, dass sich ja vielleicht sogar ein paar Nachahmer finden, die auch so eine blühende Passionsblumenwand in ihrem Garten anpflanzen. Das wäre toll!

Wir würden uns freuen, wenn Euch unsere Videos gefallen haben und Ihr uns dafür mit einem Daumen nach oben belohnen würdet :-). Natürlich ist auch ein Teilen des Links auf YouTube ausdrücklich erwünscht, damit sich hoffentlich noch mehr Menschen an dieser wunderschönen, blühenden Gartenwand und ihren wilden Besuchern erfreuen können.

 

Obwohl es in der Passiflora-Familie auch Nutzpflanzen gibt, die Früchte in Form von Maracujas hervorbringen, muss man sich bei uns mit dem Anblick der wirklich außergewöhnlichen, strahlenförmigen Blütenblätter begnügen, denn diese Vertreter ihrer Gattung gedeien bei uns im Freiland leider nicht.

 

Der Wurzelbereich dieser Kletterpflanze sollte regelmäßig und ausreichend gegossen werden. Passiflora verträgt keine Staunässe. Richtig gepflegt, eignet sie sich jedoch hervorragend als blühende Trennwand unterschiedlicher Gartenräume oder um eine ganze Hausmauer zu begrünen. Passionsblumen sind somit ideal, um vertikale Gärten anzulegen und gleichzeitig unsere heimischen Insekten zu unterstützen und sie so gut durch die nahrungsarmen Sommermonate zu bringen.

Blaue Passionsblume mit Hummel. Winterhart, ideal für vertikale Gärten und als sommerliche Insektenweide von K.D. Michaelis

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