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Schlangenknöterich - insektenfreundlicher Bodendecker

Dunkelrosa Blüten eines Schlangenknöterichs mit Wildbiene von K.D. Michaelis

Eine weitere Knöterich-Art, die unterirdische Ausläufer bildet und mittels dieser dicken Rhizome ganze Kolonien im Gartenbeet bilden kann, ist der Schlangenknöterich (Bistorta officinalis), der auch Wiesenknöterich genannt wird. Im Gegensatz zum Schlingknöterich hat der hier vorgestellte Schlangen-Knöterich jedoch überhaupt kein Image-Problem. Ganz im Gegemteil, der Schlangen- oder Wiesenknöterich wurde bei uns von alters her als Heilpflanze, Wildgemüse und Viehfutter verwendet. Heutzutage schätzt man ihn eher als hervorragende Wildbienen-Weide und als wichtige Futterpflanze für die Schmetterlingsraupen des Blauschillernden Feuerfalters und des Randring-Perlmutterfalters.

 

Beiden Knötericharten gemeinsam ist ihr Ausbreitungsdrang, dem man manchmal nur schwer Herr wird. In Gruppen wirkt  dieser niedrige, nicht kletternde Knöterich am schönstein. Wer ihn mit anderen Pflanzen kombinieren will, sollte dafür nur ebenfalls sehr ausbreitungsfreudige und wuchsstarke Beetnachbarn aussuchen, damit der Schlangenknöterich nicht alles überwuchert.

 

Das Rhizom des Schlangenknöterichs ist s-förmig (schlangenartig) gewunden, woher vermutlich auch der deutsche Name rührt. Dass diese krautartige Pflanze auch gegen Schlangenbisse hilft, ist jedoch ein sich manchmal hartnäckig haltender Mythos aus früheren Tagen. Früher fanden seine Blätter auch als Spinat-Ersatz  Verwendung. Da alle Teile der Wildform dieser Knöterichart jedoch viel Oxalsäure und Gerbstoffe enthalten, sollten nur kleine Mengen davon verzehrt werden.

 

Je nach Art wird der Wiesenknöterich zwischen 20 bis 100 Zentimeter hoch, wobei die niedrigeren Wuchshöhen am häufigsten sind. Die Blütezeit liegt normalerweise zwischen Mai bis Juli. Es gibt aber auch Züchtungen, die bis in den Oktober hinein blühen. Auch kann man bei den früher verblühenden Arten durch einen Rückschnitt der verblühten Pflanzenteile oftmals eine zweite Blüte hervorrufen, die dann so ab August/September zu erwarten ist. Die gängigste Blütenfarbe des Wiesen-Knöterichs sind verschiedene Rosa-Töne. Es gibt aber auch weiße und pinkfarbene Varianten.

 

Der Standort für den absolut winterharten Schlangenknöterich kann sonnig bis halbschattig gewählt werden, wobei kühle und nährstoffreiche Standorte bevorzugt werden. Als ursprünglicher Bewohner von hochgelegenen Feuchtwiesen ist ein feuchter Humusboden für diesen Knöterich am besten geeignet. Bei längeren Schönwetterperioden benötigt diese Staude allerdings besser tägliche Wassergaben, damit der Boden nicht austrocknet. Als Liebhaber von feuchten Standorten eignet sich der Wiesenknöterich auch prima zur Begrünung von Teich- oder Gewässerrändern. Ein Vorteil gegenüber vielen anderen Pflanzen, die sich an eine feuchte Umgebung angepasst haben und deshalb gerne von den dort ebenfalls bevorzugt wohnenden Schnecken gefressen werden, ist die Tatsache, dass der Wiesenknöterich absolut schneckenfest ist. Schnecken verschmähen ihn.

 

Wildarten des Schlangen-Knöterichs kann man als Kaltkeimer auch aussähen. Im Spätsommer bildet der Schlangenknöterich kleine Nüsschen, die so leicht sind, dass die Pflanzensamen sowohl vom Wind, als auch von Tieren oder schwimmend verbreitet werden können. Außerdem breitet sich der Wiesenknöterich natürlich auch über seine Rhizomausläufer aus, die man selbstverständlich auch abtrennen kann, um die Pflanze so zu vermehren.

Dunkelrosa blühender Schlangen-Knöterich von K.D. Michaelis
Dunkelrosa Blüte eines Wiesenknöterichs mit Wildbiene von K.D. Michaelis


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