Kreppmyrte oder Kräuselmyrte - ein buntes Spätsommervergnügen

Nahaufnahme einer wunderschön pink blühenden Lagerstroemia / Kreppmyrte / Kräuselmyrte / Flieder des Südens von K.D. Michaelis

Die Lagerstroemia ist eigentlich ein schon seit langem bekannter, aber leider etwas in Vergessenheit geratener, wunderschöner Spätsommerblüher. Je nach Züchtung erscheinen seine wunderschönen Blüten schon im Juli und diese Pracht kann dann bis in den Oktober hinein andauern.

 

Im Laufe der Zeit haben sich etliche verschiedene Namen für dieses hübsche Gehölz eingebürgert. So wird dieser Strauch zum Beispiel auch Kreppmyrte, Kräuselmyrte, Indianerflieder oder - mein ganz persönlicher Favorit - Flieder des Südens genannt. Etwas weniger verbreitet sind die Bezeichnungen Affenrutschbaum, Crape myrtle, Crepe myrtle für die Lagerstroemia indica.

 

Woher die ersten beiden Namen stammen, ist relativ einfach zu erklären. Denn die wunderschönen Blüten der Krepp- oder Kräuselmyrte erinnern tatsächlich ein wenig an zerknülltes Krepppapier oder gekräuselten Stoff. Am häufigsten wird sie in dieser tollen Farbvariante eines dunklen Pink angeboten. Es gibt die Lagerströmia aber auch in weiß, einem helleren rosa, rot, oder violett. Wobei bereits länger blühende Blüten nicht mehr ganz die Farbintensität einer frisch aufgegangenen Blüte aufweisen.

 

Trotzdem ziehen diese nicht nur unsere Blicke auf sich, sondern auch die der Insekten. Hummeln, Bienen und Schmetterlinge schätzen den Nektar, den der Indianerflieder bietet und sind hier häufig anzutreffen. So verwandelt sich die bestäubte Blütenpracht gegen Ende des Sommers denn dann auch in kleine Samenkapseln.  Auch diese werden im Handel angeboten. Wie in der Natur, ist die beste Zeit für die Aussaat der Herbst. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Saatgut frisch ist und auch möglichst sofort in die Erde kommt, da es schnell seine Keimfähigkeit verliert.

 

Meist findet man die Kräuselmyrte als Strauch. Sie kann in günstigen Lagen jedoch auch zu einem Baum wachsen, der zwischen drei bis maximal zehn Meter hoch werden kann. Da sie eine sehr wärmeliebende Pflanze ist, die volle Sonne und einen gleichmäßig feuchten, nährstoff- und humusreichen Boden braucht, um ausdauernd zu blühen, hat sie jedoch hierzulande in kälteren Regionen schon mal ein Problem, einen strengen Winter im Freiland zu überdauernJe nach Sorte soll der Flieder des Südens kurzzeitig zwischen minus 10 bis maximal minus 20 Grad Celsius überstehen. Wichtig ist auch eine Drainageschicht, damit allzu viel Regenwasser schnell versickern kann, da die Lagerstroemia sehr empfindlich auf Staunässe reagiert. Ist es ihr hingegen zu trocken, entsorgt sie recht schnell ihre schönen Blüten, was nun wirklich schade wäre.

 

Trotzdem gilt dieser Zierstrauch bei uns nur als bedingt winterhart und gedeiht besser an geschützten Standorten, wie zum Beispiel nahe einer wärmespendenden Hauswand, die ihn bestenfalls auch noch gegen kalte Ostwinde abschirmt. Weshalb man ihm im Freiland unbedingt ein Winterschutz gönnen sollte. Seine Maximalhöhe dürfte er bei uns folglich eher nicht erreichen, da hierfür die Standortvoraussetzungen meist nicht erfüllt sein dürften. Man kann sie jedoch auch als Kübelpflanze verwenden und diese dann im frostfreien Wintergarten oder einem hellen Kellerraum auf das nächste Frühjahr warten lassen.

 

Eine weitere Besonderheit der Chinesischen Kreppmyrte ist das rotbraune Holz ihres Stammes. Das grüne Blattwerk bekommt gegen Ende des Sommers eine sehr schöne Herbstfärbung, bevor es dann abgeworfen wird. Ihr Laub leuchtet dann - je nach Sorte - in verschiedenen Gelb-, Orange- oder Rottönen. Ein Rückschnitt der Lagerstroemia empfiehlt sich im Herbst, nachdem die Pflanze ihre Blätter abgeworfen hat. Dies schadet dem Strauch nicht, sondern sorgt für einen neuen Blütenreichtum im kommenden Jahr, da die Kräuselmyrte ihre Blüten an den neuen Trieben bildet.

 

Diese erscheinen aber auch nur dann, wenn die Schönwetterperiode ausreichend lang ausfällt für die Pflanze. Als echte Schönheit des Südens ist die Kreppmyrte relativ anspruchsvoll, was die Anzahl der Sonnenstunden anbelangt. Bei sehr wechselhaftem oder sehr nassem Sommerwetter erscheinen deutlich weniger Blüten oder bleibt die Blüte bleibt ganz aus.

 

Passen jedoch Standort, Pflege und Witterung, dann ist der Flieder des Südens einfach ein atemberaubender Anblick, der auch sehr gut in einen insektenfreundlichen Garten passt.

 

Aufnahme einer in voller Blüte stehenden Lagerstroemia indica, Indianerflieder, Flieder des Südens, Chinesische Kreppmyrte, Kräuselmyrte, Affenrutschbaum, Crape myrtle, Crepe myrtle von K.D. Michaelis

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