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Wilder Wein - ein tolles All-you-can-eat-Buffet

Wilder Wein im Herbst mit goldenen, roten und ein paar grünen Blättern, der eine ganze Mauer verschönert von K.D. Michaelis
Wilder Wein im Herbst mit roten und grünen Blättern von K.D. Michaelis

Bilder © K.D. Michaelis - zum Vergrößern einfach anklicken.

Diese wunderschöne, üppig wachsende, winterharte Kletterpflanze mit ihrer ganz besonders tollen, roten Herbstfärbung, die auch gelbe und orange Farbtöne beinhalten kann, ist ein Wilder Wein. Da er recht schnell wächst, kann man hinter ihm nicht ganz so schöne Zäune, Sicht- bzw. Lärmschutzwände oder auch ältere Gartenschuppen dekorativ verschwinden lassen. Durch das dichte Laub und ihren schnellen Wuchs ist so alsbald ein grüner, lebendiger Sichtschutz entstanden, der auch vielen Tieren einen Unterschlupf und ein reichhaltiges Nahrungsangebot bietet.


Wer möchte kann dem Wilden Wein mit einigen Holzstäben oder etwas Draht gleich nach dem Anpflanzen keine kleine Aufstiegshilfe zur Verfügung stellen. Die meisten Arten benötigen jedoch keinerlei Rankhilfe und finden den Weg nach oben von ganz alleine. Leicht raue Oberflächen - wie zum Beispiel Baumrinde, Holz oder Mauerwerk - sind für die Haftscheiben des Wilden Weins kein Problem. Weshalb er auch den Beinamen Selbstkletternde Jungfernrebe trägt. Er gehört zur  Gattung der Jungfernreben (Parthenocissus), die mehr als ein Dutzend Sorten umfasst.

 

Komplette Hausfassade mit Wildem Wein bewachsen erstrahlt in roter Herbstfärbung von K.D. Michaelis
Ganze Hauswand mit Wildem Wein bewachsen erstrahlt in roter Herbstfärbung von K.D. Michaelis
Am oberen Rand der Fensternische sieht man die Spuren der Haftscheiben des Wilden Weins aus früheren Jahren von K.D. Michaelis

Alle drei Bilder zeigen die gleiche - mit Wildem Wein bewachsene - Hausfassade, die im Sonnenschein in all ihren bunten Herbstfarben leuchtet und so alle Blicke auf sich zieht.

Mit einem Klick auf die Bilder lassen sich diese vergrößern und so kann man auch die kleinen Spuren der Haftscheiben des Wilden Weins erkennen, die dieser in den Vorjahren am oberen Ende der Fensternische hinterlassen hat.

 

Welche Tiere mögen Wilden Wein?

Rund ums Jahr zieht der Wilde Wein eine ganze Menge verschiedener Tiere an, die durchaus unterschiedliche Gründe haben, warum sie sich gerne in seiner Nähe aufhalten.

  • Bereits im zeitigen Frühjahr wird das dichte Laubgewirr des Wilden Weins gerne von verschiedenen Arten unserer heimischen Vögel als Nistplatz genutzt. Wobei auch Mäuse und andere Kleinnager hier gerne ihre Nester bauen.
  • Im Juni und Juli bilden sich die eher unscheinbaren, grün-weißen Blütendolden der Jungfernrebe, die für Bienen und Schwebfliegen unwiderstehlich sind, da sie soviel Nektar liefern, dass man den Wilden Wein auch als Bienenweide einstuft.
  • Ende August / Anfang September wird der Wilde Wein dann vermehrt von Wespen besucht, die sich für die Fruchtansätze und die Früchte dieser Kletterpflanze interessieren. Das kann schon recht unangenehm werden, da diese stechenden Insekten recht aggressiv werden können, besonders dann, wenn man den Wilden Wein an einer Stelle gepflanzt hat, an der man entweder häufiger vorbeikommt oder vielleicht sogar seinen Gartensitzplatz darunter angelegt hat.
  • Im Oktober sind dann die kleinen, runden, blau-schwarzen Beeren des Wilden Weins reif. Für uns sind diese ungenießbar bzw. durch den sehr hohen Anteil an Oxalsäure sogar leicht giftig. Bei unseren gefiederten Freunden sind diese Früchte jedoch äußerst beliebt.  So lassen sich hier neben Amseln und Drosseln auch Stare gerne zur Schlacht am kalten Buffet nieder.
Ein ganzer Schwarm Stare,  die sich an den Beeren des Wilden Weins sattfressen von Carola Hauf
Dreifarbige Glückskatze die darauf wartet, dass die Stare sich wieder am Wilden Wein zum Fressen einfinden von Carola Hauf

Bilder © Carola Hauf. Zum Vergrößern einfach anklicken.

Auf dem linken Bild kann man bei genauer Betrachtung einen ganzen Schwarm Stare sehen, die sich hier eingefunden haben, um sich an den kleinen Beeren des Wilden Weins sattzufressen.

 

Das geht natürlich nicht leise, sondern nur mit viel Freudengeschrei vonstatten, was dann auch die Nachbarskatze auf den Plan gerufen hat. Diese dreifarbige Glückskatze hat sich auf dem rechten Bild hinter einigen belaubten Trieben der Jungfernrebe versteckt, um auf eine eventuelle Rückkehr der Vögel zu warten. Das ist besonders erstaunlich, da das Dach des Schuppens - auf dem sie sitzt - natürlich keine Katzenleiter besitzt und sie selbst - bedingt duch einen Unfall - nur noch 3 Beine hat.

 

Es ist schon toll, was sich in einem naturnahen Garten alles beobachten lässt, wenn man Zeit und Muße dazu hat.

 

Nahaufnahme der blauschwarzen Beeren eines Wilden Weins nebst roten Blätter, die in der Herbstsonne leuchten von K.D. Michaelis

Auf dem linken Bild sieht man eine mit Wildem Wein bewachsene Gartenmauer, die in einem herrlich rotgoldenen Ton in der Herbstsonne leuchtet. Was gerade Amseln, Drosseln und Stare in deren Nähe sieht, zeigt das rechte Foto - die blauschwarzen Beeren des Wilden Weins.


Eine ähnlich tolle Kletterpflanze (wie der hier vorgestellte Wilde Wein), die ebenfalls ein reichhaltiges Nektarangebot an ihren - für uns unscheinbaren - kleinen Blüten sowie gute Nistmöglichkeiten und ein tolles Beerenbuffet für Vögel anbietet, ist der immergrüne Efeu. Da seine Blütezeit erst im Herbst und die Erntezeit der Beeren mitten im Winter zu Beginn des neuen Jahres liegt, ergänzt und verlängert er das Futterangebot für Insekten und Vögel sehr gut. Daneben eignet sich Efeu ebenfalls hervorragend zur Begrünung von Fassaden, Wänden oder Zäunen.

Eine mit Efeu bewachsene Gartenmauer mit einer Vielzahl an Efeublüten von K.D. Michaelis
Nahaufnahme einer Wespe, die sich ihre Nahrung an den Efeublüten sucht von K.D. Michaelis


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