Liguster - Insekten lieben diesen intensiv duftenden Strauch

Nahaufnahme weißer Liguster-Blüten mit Biene von K.D. Michaelis
Nahaufnahme weißer Liguster-Blüten mit  einer dunklen Wildbiene von K.D. Michaelis

Liguster (oder auch Rainweide genannt) kennt man bei uns vor allem als Heckenpflanze, für die gewöhnlich der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) Verwendung findet. Im Juni und Juli verwandelt sich dieser Strauch in einen wahren Insektenmagneten, da seine kleinen, weißen Blüten von vielen Bienen-, Fliegen- und Hummelarten bevorzugt angeflogen werden.

 

Trotz des nur als mäßig eingestuften Wertes für Nektar und Pollen (N2/P2) gilt Liguster als absolut bienenfreundlich, was sich zur Blütezeit des Strauches ganz leicht selbst beobachten lässt und dazu muss man noch nicht einmal länger verweilen. An Ligusterhecken herrscht noramlerweise ein derartiges Summen und Brummen, dass man die Insekten schon auf einige Entfernung hin hören kann - noch bevor man sie sieht.

Erdhummel-Königin bei der Nahrungsaufnahme auf weißen Ligusterblüten kurz nach einem Regenschauer von K.D. Michaelis
Baumhummel und Biene an den im Sonnenschein leuchtenden, weißen Blütes des Liguster. Von K.D. Michaelis

Liguster ist sehr robust, pflegeleicht und anspruchslos

Nahaufnahme einer Biene bei der Nahrungsaufnahme auf den strahlend weißen, duftenden Liguster-Blüten von K.D. Michaelis

Liguster besitzt eine sehr gute Winterhärte, auch wenn er im Winter einen Teil seiner Blätter verliert. Liguster (besonders der Zwergliguster) lässt sich aufgrund seiner kleinen Blätter sehr gut in Form schneiden und da die Pflanze zudem sehr robust und anspruchslos ist, kann sie auch gut als Ersatz für Buchsbaumhecken verwendet werden. Selbst längere Trockenperioden übersteht die Pflanze normalerweise problemlos. Weshalb auch trockener Boden kein Problem für Liguster ist. Er mag es am liebsten sonnig, kann jedoch auch an eher schattigen Plätzen gepflanzt werden. Wird es ihm jedoch gar zu dunkel, kann auch er seine Blätter verlieren. 

Duftet oder stinkt Liguster?

Zwei Bienen beim Nektartanken auf den strahlend weißen Liguster-Blüten von K.D. Michaelis

Die kleinen, weißen Blüten des Ligusters verbreiten einen intensiven Duft, der nicht nur den beiden beiden rechts zu sehenden Bienen gefällt, sondern den auch die menschliche Nase schon auf einige Entfernung wahrnehmen kann. Wobei empfindliche Näschen den intensiven Geruch des Ligusters durchaus schon mal als unangenehm empfinden können. Bei Liguster scheiden sich die Geister. Für die einen ist er ein sehr robustes, intensiv duftendes Formgehölz, das eine super Insektenweide darstellt und zudem eine tolle Alternative zu Buchsbaumhecken darstellt. Für die anderen ist er ein giftiger, stinkender Strauch, von dessen Geruch einem sofort übel wird. Auch von Kopfschmerzen als Reaktion auf die ätherischen Öle wird berichtet. Das kann und muss jeder für sich selbst entscheiden!

Die Insekten sind sich hingegen absolut einig - sie lieben den Liguster.

Ist Liguster giftig?    Ja!

Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich im Herbst (meist ab September) schwarze - etwa erbsengroße - Beeren, welche bevorzugt von Vögeln gefressen werden, da sie auch im Winter noch am Strauch hängen. Für Menschen hingegen gelten sie überwiegend als leicht bis mäßig giftig - ebenso wie die Rinde und die Blätter des Strauches, in denen die Giftkonzentration jedoch etwas geringer ausfällt, als bei den Ligusterbeeren. Für Haustiere, wie Katze und Hund, reichen bereits 5 bzw. 10 der glänzend schwarzen Beeren, um schlimmstenfalls tödlich zu wirken. Selbst größere Säugetiere, wie Schweine oder Pferde können nach dem Verzehr von Ligusterbeeren versterben. Liguster gilt zudem als Vogelschutzgehölz, da er den Vögeln nicht nur Nahrung in Form der Beeren bietet, sondern sich auch gut als Nitzplatz eignet. Wobei es auch bei einigen Vogelarten zu Vergiftungserscheinungen kommen kann.

Video: Insekten bei der Nahrungssuche im Liguster

Bienen, Hummel & Co. lieben den Liguster abgöttisch, weshalb im Juni und Juli stets ein förmliches Gedränge rund um die hübschen, kleinen, weißen Liguster-Blüten herrscht. Das gilt selbst bei leichtem Regen, denn auch dieser hält die Insekten nicht davon ab, an den Blüten dieses Strauches nach Nahrung zu suchen. Das Video selbst habe ich in Hannover ausgenommen. Ergänzt mit einigen Bildern aus Cuxhaven, wobei es dort noch ganz leicht geregnet hat, als ich diesen einzeln stehenden Liguster-Strauch zufällig entdeckt habe.


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