Kleiner, pflegeleichter Stinker gefällig den Insekten lieben - Tagetes

Rein gelbe und gelbrote Blüten einer niedrigen Tagetes / Studentenblume nebst gefiederten grünen Blättern von K.D.  Michaelis
Nahaufnahme einer gelbroten Blüte einer niedrigen Tagetes / Studentenblume nebst gefiederten grünen Blättern von K.D.  Michaelis

Die Tagetes oder Studentenblume ist einer der besten Verbündeten, den ein Gärtner haben kann und zudem auch bei Insekten und Schnecken aus vielen Gründen sehr beliebt. Ein wahrer Alleskönner im Beet, Topf, Kübel oder Balkonkasten, der zudem auch noch sehr pflegeleicht ist. Es spricht also eigentich alles dafür und nichts dageben, sich den kleinen - bei Hummeln, Bienen, Schmetterlingen & Co. so beliebten - Stinker zu besorgen!

 

Der Volksmund kennt noch ein paar weitere Begriffe für diesen hübschen Korbblütler, der sich auf den eher recht würzigen bzw. strengen Geruch der Pflanze bezieht: stinkende Hoffahrt, Stinkerle oder auch Totenblume. Aber keine Angst, man fällt wegen des Pflanzendufts nicht gleich tot um. Dieser Name leitet sich von einer besonderen Verwendung der Studentenblume ab. Tagetes werden nicht nur gerne ins Blumenbeet, in den Balkonkasten, den Topf oder den Kübel gepflanzt, sondern man findet sich auch häufig als Grabbepflanzung.

 

Tagetes als beste Verbündete des Gärtners

Biologische Schädlingsbekämpfung mittels Tagetes

Ältere Sorten verbreiten meist einen deutlich ausgeprägteren Geruch, den viele menschliche Nasen als eher unangenehm beschreiben würden. Allerdings mag ihn die weiße Fliege auch nicht und so lässt sie sich beispielsweise gut von den eigenen Tomaten fernhalten. Bei den neueren Tagetes-Züchtungen wurde oft Wert darauf gelegt, dass sie eben gerade nicht so aufdringlich riechen.

Biologische Nematoden-Bekämpfung mittels Tagetes

Nematoden (auch Älchen genannt) zählen zu den Fadenwürmern, die im Boden und an Pflanzen vorkommen und sowohl nützlich als auch schädlich sein können. Im Gartenbau verursachen sie oftmals große Schäden, da sie gerne Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise Äpfel, Erdbeeren, Gurken und Kartoffeln befallen und je nach Art für Kummerwuchs, absterbende Blätter, geringeren Blütenreichtum verursachen und - bei starkem Befall - sogar zum Absterben der Pflanzen führen können.

 

Was Obst- und Gemüsebauern schon lange wissen und nutzen, hilft auch dem Kleingärtner in seinem Gemüsebeet. Die Wurzelknollen der Tagetes ziehen anfangs die im Erdboden und auf den Pflanzen vorhandenen Nematoden an. Wenn diese die Tagetes im Laufe der Zeit zu stark schädigen, scheidet die Pflanze eine für die Fadenwürmer giftige Substanz aus, welche die Nematoden abtötet. So können diese auch an den umgebenden Gemüsepflanzen keine Schäden mehr anrichten. Weshalb man schon von jeher gerne Studentenblumen zwischen die Gemüsereihen pflanzt.

 

Außerdem werden Nematoden auch für die so genannte 'Bodenmüdigkeit' verantwortlich gemacht, die besonders dann zu beobachten ist, wenn auf der gleichen Fläche mehrere Jahre hintereinander die gleichen Feldfrüchte angebaut werden. Das führt dann zu einer deutlichen Reduzierung der Ernteerträge, was man mit dem Anpflanzen einer Zwischenfrucht verhindern kann, wofür sich Tagetes ausgesprochen gut eignen. Besonders dann, wenn sie anschließend untergeharkt werden und so den Boden nicht nur von einem Zuviel an Nematoden befreit, sondern auch gleichzeitig noch aufgelockert und verbessert haben.

 

Wie gedeiht die Tagetes am besten?

Studentenblumen sind frostempfindlich und deshalb in unseren Breiten normalerweise einjährig. Daraus folgt auch, dass sie nicht frosthart und auch nicht winterhart sind.


Ihre Blütenkörbchen sind in weiß, hellgelb, sonnengelb, gelborange, orangerot und rot bzw. rotbraun erhältlich. Daneben werden auch viele zweifarbige Züchtungen angeboten. Ebenso unterschiedlich ist die Form der Blüten, die es von einfach (also ungefüllt), über leicht gefüllt, bis hin zu dicht gefüllt gibt.


Die meisten Arten bleiben mit 15 bis 60 Zentimetern eher niedrig. In Ausnahmefällen werden die strauchartigen Vertreter unter den Tagetes aber auch mal eineinhalb bis zwei Meter hoch (wie zum Beispiel Huacatay oder Tagetes lemmonii). Zu den so genannten Hohen Tagetes zählt beispielsweise auch Tagetes patula 'Magna', die ebenfalls zu einem zwei Meter hohem, ausladenden Busch werden kann.


Studentenblumen lieben es sonnig. Sie gedeihen aber auch im Halbschatten noch ganz gut. Dazu sollten sie ein humus- und nährstoffreiches, lockeres Substrat bekommen, das gleichmäßig feucht sein sollte.
 
Je häufiger man die verblühten Blütenstände abknipst, umso schneller treibt die Pflanze neue Blütenknospen nach. So erhält man einen sehr schönen Dauerblüher, der von Mai bis zum ersten Frost im Oktober immer neue Blüten hervorbringt.


Lässt man gegen Ende der Blühzeit einige Samenstände stehen, so säen sich Studentenblumen stets gerne reichlich selbst aus. Will man sie gezielt im Beet platzieren, erntet man die reifen, trockenen Samen und lagert sie frostfrei im Haus, bevor man die recht robusten Samen im kommenden Frühjahr (ab Ende April) wieder ins Freie ausbringt.

 

Tagetes als Insektenweide

Diese meist ja relativ kleine Pflanze liefert wertvolle Insektennahrung in Form von Nektar und Pollen und wird deshalb sowohl von Schwebfliegen, als auch von Hummeln, Bienen oder Schmetterlingen sehr gerne angeflogen.

 

Die Menge und Verfügbarkeit ihres Nektars wird dabei mit 2, die der Pollen mit 1 bewertet.
Höchstwertungen von 4 für Nektar und Pollen sind jedoch extrem selten. Die Bartblume, die Blaue Himmelsleiter und die stengellose Silberdistel sind drei der ganz wenigen Ausnahmen.

Manche Gärtner machen sich diese Anziehungskraft auch absichtlich zunutze und setzen die Studentenblume ganz bewusst zwischen ihre Gemüsepflanzen, die so ebenfalls von der Bestäubungsleistung der Insekten profitieren und mehr Ertrag bringen. Das hat auch noch einen weiteren Vorteil, denn auch Schnecken lieben diese Pflanze und so kann man die Kriechtiere rund um die Tagetes gut ein- und vor allem absammeln und so die Gemüsepflanzen gleichzeitig vor Schneckenfraß schützen. Dazu bietet sich beispielsweise eine Beetumrandung bzw. Beeteinfassung mit Tagetes an.

 

Essbare Tagetes / Studentenblumen

Es gibt diverse Tagetes-Arten, die auch in die Küche Einzug gehalten haben, wie zum Beispiel die

  • Färbertagetes (Tagetes erecta), mit deren Hilfe man beispielsweise Reis gelb einfärben kann, da ihre essbaren Blüten viel gelben Farbstoff enthalten.
  • Tagetes Lucida und Tagetes Minuta schmecken anisartig.
  • Tagetes Lemon Gem (Tagetes tenuifolia), Tagetes Orange Gem und Tagetes Fenuifolia erinnern geschmacklich an Aromen von Zitrusfrüchten.
  • Lakritz-Tagetes (Tagetes filifolia)
  • Mexikanische Riesen-Gewürztagetes Tagetes minuta (in Peru auch Huacatay bzw. in Bolivien Wakataya genannt). Sie kann je nach Standort eineinhalb bis zwei, manchmal sogar bis zu drei Meter hoch werden. Ihre Blütezeit liegt im Herbst (August bis November). Sie treibt enorm viele Blätter, die in Peru ein ganz typisches Küchenkraut darstellen und fester Bestandteil der dortigen Küche sind. Man kann sie kleingeschnitten natürlich auch für Pesto oder Kräuterquark verwenden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0