Auffälliger Frühjahrsblüher mit viel Nektar - die invasive Mahonie

Leuchtendgelb blühende Mahonie im Halbschatten unter einem Baum von K.D. Michaelis
Nahaufnahme der leuchtendgelben Blütendolden einer Mahonie von K.D. Michaelis

Die Gewöhnliche oder Stechdornblättrige Mahonie sieht einer Stechpalme - was die stacheligen Blätter angeht - durchaus ähnlich. Auch wenn ihre eher ledrigen Blätter glänzend dunkelgrün sind. Blüht die Mahonie nicht und sind auch gerade keine Beeren am Strauch zu sehen, wird sie nicht selten mit der ebenfalls stacheligen Ilex / der Europäischen Stechpalme verwechselt.


Wichtige Unterschiede zwischen Ilex und Mahonie

Blüten und Früchte unterscheiden sich gravierend

Die auffällig leuchtendgelben Blüten der Mahonie erscheinen von März bis Juni - wie in beiden obigen Bildern gut zu sehen. Es gibt aber auch Arten, die bereits im Januar zu blühen beginnen. An einem idealen Standort bildet die Pflanze sehr dichte Blütendolden aus.

Kleine, weiße - eher unauffällige - Ilex-Blüten, die von einer Biene besucht werden von K.D. Michaelis

Die Europäische Stechpalme / Ilex hingegen besitzt einzelne, stehende Blütenrispen mit eher unauffälligen, weiße Blüten. Welche Hummeln und Bienen - wie in dem rechten Bild zu sehen - trotzdem problemlos finden und gerne besuchen.

Unscheinbare, kleine, weiße Ilex-Blüten nebst grünen, stacheligen Ilex-Blättern von K.D. Michaelis
Nahaufnahme der unscheinbaren, kleinen, weißen Ilex-Blüten nebst grünen, stacheligen Ilex-Blättern von K.D. Michaelis


Gerade bei Hummelköniginnen ist die gelbe Blütenpracht der Mahonien wegen ihrer enormen Nektarmenge, die zudem auch noch durch eine gute Pollenmenge ergänzt wird, eine äußerst beliebte Futterpflanze, zumal sie schon so früh im Jahr Nahrung bietet.

 

Obwohl auch fast alle Teile der Mahonie giftig sind, sind ihre vitamin-c-haltigen, blauen Beeren nur sehr schwach giftig und bei Vögeln sehr beliebt. Da sie nur sehr wenig Giftstoff enthalten, werden sie auch als für den Menschen essbar eingestuft, da sie nur in größeren Mengen und roh gegessen zu Magenverstimmungen führen können. Weshalb man sie normalerweise kocht und zu Gelee, Marmelade oder Likör verarbeitet. Die etwa erbsengroßen Früchte sind ein wenig oval, ähnlich wie Trauben und im August / September reif. Ihr dunkelroter Saft ist ziemlich sauer, aber essbar.

Gelbe Blüten und eher etwas längliche, blaue Früchte

gibt es bei den verschiedenen Ilex-Arten nicht.

 

Gewöhnliche oder Stechdornblättrige Mahonie mit ihren blauen Beeren von K.D. Michaelis
Knallrote, giftige Beeren der Ilex / Europäischen Stechpalme von K.D. Michaelis

Blaue, leicht ovale, eher traubenförmige Beeren der Mahonie, die als auch für den Menschen essbar eingestuft werden. Wegen ihres minimalen Giftanteils, gelten sie nicht als giftig. Da man sie schon in sehr großen Mengen roh verzehren müsste, um eine Magenverstimmung zu riskieren. Gekocht finden sie Verwendung als Gelee oder Marmelade.

Die auffälligen, runden, meist knallroten, für Mensch und Tier giftigen Beeren der Ilex / Europäischen Stechpalme. Hier reichen schon kleinste Mengen von nur 2 oder 3 Beeren, um Magen- und Darmbeschwerden sowie Durchfall auszulösen. Größere Mengen (von 20 bis 30 Beeren) sollen unter Umständen lebensbedrohlich sein können.



Was spricht für die Gewöhnliche / Stechdornblättrige Mahonie?

  • außerordentlich guter Nektarlieferant, der zudem auch noch ein gutes Pollenangebot liefert - zu einer Zeit im Jahr, in dem nur sehr wenige andere Insektenfutterpflanzen verfügbar sind. Nektar 3 / Pollen 3.
  • nur minimale Giftstoffe in den Beeren - im Gegensatz zur Ilex
  • blaue, deutlich unauffälligere Beeren, die nicht so sehr zum versehentlichen Naschen einladen, wie die meist knallroten Früchte der Europäischen Stechpalme
  • kommt mit allen Lichtverhältnissen von sonnig, über halbschattig bis schattig ganz gut zurecht, was sie bei Gärtnern beliebt macht. Besonders dann, wenn ein Garten sowohl von Kindern, als auch von Haustieren genutzt werden soll, ist die Mahonie mit ihren als essbar eingestuften, blauen Beeren eine gute Alternative zu den meist roten und giftigeren Beeren der Ilex.
  • eher anspruchslose, gut winterharte Pflanze

Was spricht gegen die Mahonie?

  • Vor der Anschaffung einer Mahonie sollte man jedoch bedenken, dass sie als potentiell invasiv eingestuft wird - also ein so genannter Neophyt ist, der heimische Pflanzenarten verdrängen kann. 
  • Da sie sich am liebsten im Halbschatten oder Schatten aufhält, notfalls aber auch mit direkter Sonne zurechtkommt und zudem eine gute Winterhärte besitzt, kann sie sich sehr schnell ausbreiten und bleibt deshalb normalerweise nicht im eigenen Garten. Eine unerwünschte Ausbreitung zu verhindern, dürfte so gut wie unmöglich sein.

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