Löwenzahn - wunderschön und eine wichtige Insektenfutterpflanze

Nahaufnahme einer voll erblühten, strahlendgelben Löwenzahnblüte vor dunkelgrünem Blattwerk mit Biene samt orangen Pollenhöschen von K.D. Michaelis
Eine richtige Löwenzahnwiese im strahlenden Frühlingssonnenschein - heute leider viel zu selten. Von K.D. Michaelis

Ich freue mich immer sehr, wenn ich zufällig über so einen Anblick stolpere. Leider haben solche richtigen Löwenzahnwiesen heutzutage eher Seltenheitswert - besonders in der Stadt. Dabei würden nicht nur wir uns über den Anblick dieser hübschen, sonnengelben Blüten freuen, sondern auch unsere heimischen Insekten, für die so eine Wiese voller Löwenzahnblüten ein All-you-can-eat-Buffet darstellt, das sehr gerne besucht wird. Würden wir auf breiter Front wieder zurück zur Löwenzahnwiese kommen, wäre das ein wirklich großer Schritt in Richtung Insekten- und Artenschutz.


Zweierlei Butterblumen - eine davon ist der Löwenzahn

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) hat im Volksmund viele Namen - unter anderem auch wegen seiner Bedeutung als Heilpflanze. So wird er beispielsweise nicht nur Pusteblume, sondern auch Butterblume oder Kuhblume genannt. Das führt gerade bei der Butterblume schon mal zu Verwechslungen, da dieser Begriff  landläufig für zwei sehr verschiedene, gelb blühende, krautige Wiesenblumen verwendet wird. Eine davon ist der Löwenzahn. Butterblume und Löwenzahn finden sich auch in meinem bunten Wiesenblumen-Potpourri.

  

Gelbe in der Sonne glänzende Blüten der Butterblume. Bild von Annette Meyer auf Pixabay

Die andere, sehr viel zartere Butterblume besitzt ebenfalls gelbe Blütenblätter, allerdings nur 5 Stück pro Blüte, die ein flaches, weit geöffnetes Körbchen bilden und zudem wie eingefettet glänzen. Sie kommt ebenfalls auf naturnahen Wiesen vor, wobei sie auf dünnen Stängeln über diesen zu schweben scheint.

 

Im Gegensatz zum Löwenzahn ist diese andere Butterblume (auch als Scharfer Hahnenfuß bezeichnet) jedoch giftig. Also nicht verwirren lassen :-)  

Bild von Annette Meyer auf Pixabay. (Bildlizenz: Freie kommerzielle Nutzung)


Löwenzahn ist nicht giftig und ein wahrer Insektenmagnet

Zwar enthält sowohl der Stängel, als auch die Blätter des Löwenzahns einen weißen, milchigen Saft, der allerdings - trotz der vorhandenen Bitterstoffe - nicht giftig ist. Im Gegenteil, sowohl die Blätter, als auch die Blütenköpfe sind essbar und werden auch gerne als Wildkräuter-Salat serviert.

 

Sammeln lassen sich die Löwenzahnblüten in der Regel von April bis Juli, was aber natürlich auch witterungsabhängig ist. Der Löwenzahn oder die Kuhblume ist aber nicht nur wunderschön, lecker und gesund - er ist außerdem auch noch eine sehr wertvolle Futterpflanze für eine Vielzahl von Insekten, da er sowohl Nektar, als auch Pollen liefert und das auch noch in sehr großer Menge. So wird der Nektarwert mit 3 (gut) und der Pollenwert sogar mit 4 (sehr gut) angegeben.

  

Wiesen anstatt Rasen - enorm wichtig für den Artenschutz

Eine fast orangefarbene und eine strahlendgelbe Löwenzahnblüte von K.D. Michaelis

Folglich gibt es viele gute Gründe, dem Löwenzahn nicht mehr den Kampf anzusagen und ihm nicht mehr immer gleich mit dem Unkrautstecher zu Leibe zu rücken, sondern sich vielmehr über ihn zu freuen und ihn in den wilden Gartenecken wachsen zu lassen, wie er möchte. Siehe hierzu auch: Wiesenblumen.


Nur solche unaufgeräumten Gartenbereiche lassen Lebensraum für Insekten entstehen bzw. geben ihnen diese wieder zurück.

Das gilt natürlich nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im öffentlichen Raum. Wobei es hier teilweise noch einiger Aufklärungsarbeit bedarf, damit sich Bürger nicht über den manchmal noch ungewohnten Anblick aufregen und sich über diesen 'ungepflegten Wildwuchs' bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung beschweren. Wenn wir alle diese Grünflächen wieder deutlich naturnaher wachsen lassen würden, könnten wir dem derzeitigen Artensterben massiv entgegenwirken.


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