Japanische Lavendelheide spendet Nektar und Pollen

Weiße, glockenförmige Blütenrispen, grüne Blätter und der feuerrote, neue Blattaustrieb der Japanischen Lavendelheide von K.D. Michaelis
Weiße, glockenförmige Blütenrispen, grüne Blätter und der feuerrote, neue Blattaustrieb der Japanischen Lavendelheide von K.D. Michaelis

Im zeitigen Frühjahr bietet die ursprünglich in Ost-China, Taiwan und Japan heimische Japanische Lavendelheide (Pieris japonica) eine wahre Farbexplosion im Garten, wie sie auffälliger kaum sein könnte. Neben den älteren, grünen Blättern dieses langsam wachsenden, immergrünen Strauches fallen vor allem die neu ausgetriebenen, feuerroten Blätter ins Auge, die einen tollen Kontrast - auch zu den weißen, hängenden, rispenförmigen Blütendolden bilden. Diese Bilder wurden Anfang Mai 2021 gemacht.

Busch einer japanischen Lavendelheide / eines Schattenglöckchens mit seinem feuerroten, neuen Blattaustrieb und ein paar weißen Blütenglöckchen sowie den grünen, älteren Blättern im April 2022. Bild K.D. Michaelis

Weitere Bezeichnungen der Japanischen Lavendelheide sind auch Schattenglöckchen bzw. seltener Maiglöckchen-Strauch oder Maiglöckchen-Busch. Die ersten drei Bilder zeigen den gleichen Lavendelheide-Busch. Wobei dieses hier aus dem Jahr 2022 stammt und Mitte April aufgenommen wurde. Rechts im Bild sind - bei genauerem Hinsehen - ein paar weiße Blütenglöckchen zu erkennen.

 

Neben den ursprünglichen weißen Glockenblüten gibt es aber auch Arten, die (hell-)rosa Blüten besitzen, wie beispielsweise das Schattenglöckchen (Pieris japonica) Valley Rose, welches zudem einen ungewöhnlichen frühen Blütezeitraum besitzt, der von Februar bis in den April hineinreicht.

 

Standort und Pflege der Japanischen Lavendelheide

Groß gewachsener Busch einer Japanischen Lavendelheide mit auffälligem rotbraunem Blattneuaustrieb, unter dem auch noch ein paar grüne, ältere Blätter sichtbar sind. Bild K.D. Michaelis

Ein halbschattiger bis schattiger Platz - zum Beispiel unter Gehölzen - ist der passende Standort für die Japanische Lavendelheide, die nicht umsonst auch Schattenglöckchen genannt wird. Sie kann zwar - notfalls - auch an sonnigen Ecken im Garten gepflanzt werden, wird dort aber nicht so viele Blüten hervorbringen und benötigt zudem auch noch dringender regelmäßige und reichliche Wassergaben. Ist der Pflanzort allerdings extrem finster, wirkt sich auch dies eher negativ auf den Blütenreichtum aus.


Das Schattenglöckchen ist sehr winterhart und braucht in halbschattigen/schattigen Lagen keinen Winterschutz. Ein windgeschützter Standort ist von Vorteil. Was Probleme bereiten kann, ist eine intensive Sonneneinstrahlung im Winter.

 

Dann droht Kahlfrost und Trockenstress, der die Pflanze stark schädigen oder sogar umbringen kann. Hier sind Wassergaben wichtig, die man aber natürlich nur an frostfreien Wintertagen verabreichen darf. Gärtner empfehlen an sonnigen Pflanzstellen außerdem einen Winterschutz - zum Beispiel in Form einer dicken Mulchschicht nebst einer Abdeckung aus Tannenreisig.

 
Die 'normale' Blütezeit der Japanischen Lavendelheide ist von April bis Juni. In milden Wintern können die ersten Blüten sogar schon ab Mitte März erscheinen. Das Entfernen verwelkter Blüten fördert neues Blütenwachstum.


Was die Bodenverhältnisse anbelagt mag das Schattenglöckchen mageren, leicht sauren, durchlässigen Boden. Reichliches Gießen ist auch im Sommer wichtig - am besten mit Regenwasser oder entkalktem Leitungswasser.


Die Lavendelheide gilt als giftig - für Mensch und Tier. Selbst kleinste Verzehrmengen rufen bereits Vergiftungserscheinungen hervor. Beim Pflanzen, dem Ausschneiden der alten Blüten oder dem Zuschnitt des Strauches die Handschuhe nicht vergessen, da anderenfalls beim Kontakt mit der Pflanze Juckreiz, Hautreizungen oder Entzündungen auftreten können.


Die Japanische Lavendelheide ist eine bei Insekten recht beliebte Pflanze, da sie bereits recht früh im Jahr sowohl Nektar, als auch Pollen bereitstellt und so sehr unterschiedliche Insekten verköstigt.
  

Verschiedene Zuchtformen der Japanischen Lavendelheide (Pieris japonica)

Es gibt diverse Züchtungen der Japanischen Lavendelheide (Pieris japonica), die sich sowohl in der Größe, als auch in der Blütenanzahl, der Farbe der Blütenkelche und der Blütenstängel sowie in der Intensität des Blattneuaustriebs unterscheiden. Die beiden nachstehenden Aufnahmen zeigen die Sorte Pieris japonica 'Little Heath Green'. Diese gehört mit einer kompakten Wuchsform von 50 bis 60 Zentimeter (sowohl in der Höhe, als auch in der Breite) zu den eher kleinwüchsigen Sorten der Japanischen Lavendelheide.

 

Diese Sorte bekommt im bevorzugten Halbschatten weiße, rispenförmige Blüten, die von April bis Mai erscheinen. Vollschattig gepflanzt blüht diese Lavendelheide normalerweise gar nicht. Steht dieses Schattenglöckchen an einem sonnigen Standort sollte man es vor der Wintersonne schützen. Diese Sorte eignet sich sowohl für Beete und Rabatten, als auch als Kübelpflanze oder für den etwas größeren Balkonkasten. Little Heath Green benötigt keinen Schnitt. Kalkfreies Wasser bekommt dieser kleinen Schönheit am besten.


Im Unterschied zu anderen Sorten der Pieris japonica bringt Little Heath Green etwas weniger, rein weiße Blüten hervor und auch der Neuaustrieb ist eher rotbraun und nicht ganz so spektakulär feuerrot, wie die einiger naher Verwandter.

Grüne Blätter und rosa-weiße Blütenglöckchen an roten Blattstängeln - eine Lavendelheide im Frühlingssonnenschein. Bild K.D. Michaelis

Diese Art der Japanischen Lavendelheide verfügt (im Gegensatz zu der darüber abgebildeten Sorte Little Heath Green) über rote Blütenstängel. Auch sind ihre Blütenglöckchen nicht rein weiß, sondern besitzen einen dunkelrosa Blütenansatz.


Amerikanische Lavendelheide und Traubenheide

Die Lavendelheide (Pieris) gehört zur großen Familie der Heidekrautgewächse. Neben der bereits vorgestellten Japanischen Lavendelheide (Pieris japonica) gibt es aber auch noch andere verwandte Sträucher innerhalb dieser Familie.

 

Wie beispielsweise die Amerikanische Lavendelheide (Pieris floribunda). Sie blüht etwas weniger lang von April bis Mai. Ihre langen Blütenrispen mit den hübschen, weißen Becherblüten stehen aufrechter über dem Laub, als dies bei der Japanischen Lavendelheide der Fall ist und ihr fehlt normalerweise der auffällig rote Blattaustrieb. Bei Bienen und anderen Insekten ist sie jedoch ebenfalls genauso beliebt, wie die Japanische Lavendelheide.


Eine weitere, ganz ähnlich aussehende Pflanze ist die Traubenheide oder auch Traubenmyrte (Leucothoe). Ihre Blüten erscheinen von von April bis Juni. Wobei sich die langen, weißen Blütenrispen - ähnlich den der Japanischen Lavendelheide - auch eher nach unten biegen. Die Traubenheide gilt gemeinhin jedoch nicht als bienenfreundlich. Dieser Strauch besitzt ebenfalls eine Besonderheit, was sein Blattwerk anbelangt. So trägt er vom Herbst bis in den Spätwinter buntes Laub zur Schau, dessen Farbspektrum von grün bis rotbraun reicht. Die meisten angebotenen Arten sind Zwergsträucher und bleiben mit 30 bis 50 Zentimetern recht niedrig. Ausnahmen erreichen aber auch mal etwas über einen Meter Höhe. Einige, wenige Züchtungen bringen aber auch hier im Frühjahr einen hellroten oder roten Blattaustrieb hervor.

 

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