Blauer Natternkopf - eine super Insektenweide

Wildblumensaum mit Margariten und Blauem Natterkopf im Sonnenschein von K.D. Michaelis

Der Gewöhnliche Natternkopf oder Blaue Natternkopf (Echium vulgare) ist eine zwei- oder mehrjährige, krautige Pflanze mit aufrechtem Wuchs, die Höhen von bis zu einem Meter erreichen kann.


Er ist mindestens so anspruchslos, wie er schön ist. Er mag sonnige, humusarme Trockenrasen, die auch sandig-lehmig sein dürfen. Ein möglichst magerer Boden ist also genau das Richtige für den Blauen Natternkopf, weshalb man ihn auch oft in Kiesgruben, auf Schuttplätzen oder entlang von Bahngleisen finden kann. Selbst längere Trockenphasen machen ihm nichts aus. Nur für die Keimung der Samen benötigt er etwas Wasser.

Weshalb sich der Natternkopf auch gerne in Samenmischungen für Wildblumenwiesen wiederfindet, wo er mit seinem großen Futterangebot zahlreiche Insekten anlockt.

Wann blüht der Blaue Natternkopf?

Die Blütezeit des Natternkopfs beginnt im Mai und dauert bis Oktober, was ihn zu einer besonders langlebigen, verlässlichen und ergiebigen Insektenweide macht. Anfangs sind seine heißbegehrten Blüten rosa und wechseln erst im Wachstum zu blau bis blauviolett.
Ist der Standort des Natternkopf sonnig genug, säht er sich gerne selbst aus. Aber natürlich kann man die kleinen, schwarzen Samen ab etwas Mitte August auch selbst sammeln und an gewünschter Stelle wieder ausstreuen.


Der Gewöhnliche Natternkopf - ein Insekten-Paradies

Wildblumen-Saum mit weißen Margariten und dem Blauen Natternkopf / Gewöhnlichem Natternkopf im Sonnenschein von K.D. Michaelis

Egal ob Biene, Hummel, Schmetterling oder Käfer - alle lieben die hübschen, blauen Blütenkelche des Gewöhnlichen Natternkopfs. So kann man neben verschiedenen Dickkopffaltern, beispielsweise auch den Distelfalter, den Kohlweißling und den hübschen Schwalbenschwanz an den blauvioletten Blüten des Natternkopfs antreffen.

 

Mit einem Nektarwert 3 und Pollenwert 2 bietet der Natternkopf jede Menge Insektennahrung und selbst Honigtau ist möglich.

 

Hier schwirrt eigentlich immer etwas - wie auch in meinem Video weiter unten zu sehen ist.

Der Natternkopf und SEINE ganz spezielle Biene

Eine Wildbienenart, die sich darauf spezialisiert hat, ausschließlich Nektar und Pollen des Natternkopfs zu sammeln und nichts anderes, trägt folglich den Natternkopf auch in ihrem Namen: die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene oder nur Natternkopf-Mauerbiene (Osmia adunca).

 

Mit 8 bis 12 Millimetern ist dieses Bienchen ziemlich klein. Da sie bei der Wahl ihres Nistplatzes sehr flexibel ist, kann man diese Wildbienenart sehr gut durch das zur Verfügung stellen ihrer Nahrungspflanze unterstützen.

 

Findet sie in der Nähe auch noch vorhandene Hohlräume in altem Holz oder hohlen Pflanzenstengeln, hat sie alles, was sie zum Nisten braucht. Wobei sie auch verlassene Brutstätten anderer Wildbienen oder Löcher in Wänden nutzen kann. Praktisch ist ihre Vorliebe für Bambusrohr und Schilfhalme. Weshalb sie so bestückte Nisthilfen / Wildbienenhotels gerne annimmt. Auch Bohrungen in einem Holzstück sind bei der Natternkopf Mauerbiene sehr begehrt - vorausgesetzt der Bohrdurchmesser stimmt für sie. Perfekt sind 5 bis 7 Millimeter. Dann fehlt eigentlich nur noch ein wenig Sand-Lehm-Gemisch und etwas verwittertes Holz für den vorderen Verschluss der Niströhren und die Natternkopf-Mauerbiene schwebt schon zu Lebzeiten im siebten Himmel.


Ist der Gewöhnliche Natternkopf giftig?

Der Natternkopf wird meist als schwach giftig eingestuft, wobei es bislang keine wirklichen Studien hierzu zu geben scheint. Wie bei fast allen Natur-Heilpflanzen früherer Tage ist auch hier die Dosis und Art der Verwendung entscheidend. Früher hat man ihn auch als Hausmittel bei Kopfschmerzen, Erkältung, Prellungen und Verstauchungen oder bei Hautkrankheiten eingesetzt. Sein Wirkungsbereich ist folglich dem des Beinwell sehr ähnlich.

 
Trotzdem finden die blauen Blüten als Dekoration für Wildkräutersalate oder als kleiner Anteil in Teemischungen Verwendung. Die borstigen Blätter werden meist nur ganz jung für Salat oder als Spinat verwendet. Je älter sie werden, umso mehr der filzigen Behaarung besitzen sie, was sie nicht mehr wirklich lecker macht.

 

Problematisch ist eine Wiese mit Natternkopf allerdings für kleine Warmblüter (wie z.B. Hasen, Kaninchen oder Meerschweinchen), da er für diese beim Verzehr wirklich gefährlich bis tödlich werden kann.


Insekten-Video: Rund um den Blauen Natternkopf

Viel Spaß mit dem Summen und Brummen in diesem Blühstreifen, dessen auffälligste Nektar- und Pollenlieferanten sicherlich die Blüten des Blauen Natternkopfes sind. Von den geflügelten Besuchern des Wildblumen-Saums habe ich natürlich auch ein Video gedreht, welches Ihr ebenfalls auf meinem YouTubeKanal finden könnt.


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