Hartriegel, Kornelkirsche und Blumenhartriegel bieten Nektar, Pollen, Früchte und Nistmöglichkeiten

Verschiedene Blüten unterschiedlicher Hartriegel-Arten in weiß und dunkelrosa. Bild K.D. Michaelis

Botaniker unterscheiden circa 60 verschiedene Hartriegel-Arten dieses sommergrünen und winterharten Großstrauches / Kleinbaums, der je nach Sorte und Standort im Laufe der Jahre durchaus zwischen 4 bis 7 Meter hoch und fast ebenso breit werden kann.

 

Neben Exoten aus Japan und China gibt es auch bei uns heimische Arten, wie den Roten Hartriegel oder den Gelben Hartriegel sowie die Kornelkirsche, die ebenfalls zu den Hartriegeln zählt.

 

Wer möchte, bekommt aber auch sehr niedrig wachsende Hartriegel, wie beispielsweise den Teppich-Hartriegel, der mit lediglich etwa 10 bis 20 Zentimetern ein interessanter und robuster Bodendecker ist. Er bildet eine der wenigen Ausnahmen unter den ansonsten deutlich größeren Hartriegeln.

  

Verschiedene Hartriegel-Arten (Hornstrauch / Cornus)

Hier nur ein paar Beispiele der verschiedenen Hartriegel / Hornsträucher / Cornus-Arten, die sich auf dem Markt für Gartenpflanzen so tummeln:

Blätter und Blüten des Hartriegels / Blumenhartriegels

Viele Hartriegel-Arten sind sehr gut schnittverträglich und wachsen anschließend sogar noch dichter und üppiger. Im Herbst und Winter bieten die allermeisten Hartriegel zudem eine auffällige, gelbe, orangerote oder auch scharlachrote Blattfärbung.

 

Die Blüten der einzelnen Hartriegel-Arten unterscheiden sich deutlich in Form und Farbe.

Weiße, büschelartig angeordnete, filigrane Blüten des Hartriegels vor seinem dunkelgrünen Laub. Aufgenommen im Oktober bei der zweiten Blüte. Bild K.D. Michaelis

Bei unseren heimischen Arten, wie dem Blutroten und dem Gelben Hartriegel (weiße Blüten) sowie der Kornelkirsche (leuchtendgelbe Blüten) sind die Blüten eher klein, zierlich und büschelartig - als so genannte Trugdolden - angeordnet. Manche Hartriegel-Arten überraschen im Herbst (September/Oktober) sogar mit einer zweiten Blüte.

Große, auffällige, weiße Blüten des Japanischen/Chinesischen Blumenhartriegels mit seinen Scheinblättern/Brakteen nebst mittelgrünem Laub. Bild K.D. Michaelis

Während sich die Blüten der Blumenhartriegel dadurch auszeichnen, dass die eigentlichen, kleinen, kugeligen, hellgrünen Blüten von auffälligen und deutlich größeren Scheinblättern (auch Hochblätter oder Brakteen genannt) umgeben sind. Es gibt diese nicht nur in weiß (wie hier zu sehen), sondern auch in etlichen Rosa- und Rottönen oder in weiß mit dunkelrosa Blattspitzen bzw. auch rosa Blatträndern.

 

Die Blütezeit der Blumen-Hartriegel liegt meist ab Mai bis Juli. Dabei bleibt zu beachten, dass einige Blumenhartriegel-Arten bereits als junge Pflanzen blühen, während andere hingegen erst einige Jahre alt werden müssen, um Blüten hervorzubringen. Da hilft dann nur jahrelange Geduld.

     

Früchte / Beeren des Hartriegels / Blumenhartriegels

Aus den bestäubten Blüten erzeugt der Hartriegel und auch der Blumenhartriegel im Herbst Früchte, die weiß, rosa, rot oder schwarz sein können. Es gibt essbare, aber auch leicht giftige (nur gekocht genießbare) oder giftige Früchte.

 

Vögel verzehren die Steinfrüchte des Hartriegels ebenfalls gerne, weshalb einige, heimische Hartriegelarten auch gerne als Teil blühender Vogelschutzhecken Verwendung finden.

  

Standort und Pflege des Hartriegels / Blumenhartriegels

Ein sonniger bis halbschattiger und gerne windgeschützter Platz im Garten sorgt für großen Blütenreichtum. Generell gehören Hartriegel zu den wenig anspruchsvollen Gartenschönheiten.

 

Die meisten Arten bevorzugen lockere, durchlässige, leicht saure Gartenböden mit guter Nährstoffversorgung, die gerne sandig-humos oder leicht lehmig sein können. Eine Mulchschicht oben drauf verhindert das Austrocknen der Erde. Das bekommt dem Hartriegel, der es gerne feucht, aber nicht zu nass mag. Staunässe verträgt der Hartriegel ebenso wenig wie zu trockene Standorte.


Blumenhartriegel mögen zwar ebenfalls einen hellen, sonnigen Standort, jedoch vertragen sie stundenlange, pralle Sonne nicht wirklich gut. Weshalb der perfekte Platz auch stundenweise beschattet sein sollte. 

 

Insekten, Vögel und Säugetiere mögen Roten Hartriegel

Blühender Hartriegel-Strauch mit Honigbiene. Bild Imkermeister Hartmut Münch

Dieses Bild habe ich freundlicherweise von meinem Lieblings-Imkermeister Hartmut Münch zur Verfügung gestellt bekommen. Es zeigt eine Honigbiene auf den Blüten des Roten Hartriegels, die hier nicht nur Nektar, sondern besonders gerne Pollen sammeln.

 

Zum Vergrößern bitte einfach auf das Bild klicken.

 

Tierische Besucher des Roten Hartriegels und Nektarwert

Neben Honigbienen stehen auch zahlreiche Wildbienen, wie z.B. Hummeln, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge auf den Nektar und Pollen, welche der Hartriegel als Belohnung für ihre Bestäubungsleistung für sie bereithält. Außerdem ist der bei uns heimische Rote Hartriegel auch eine begehrte Raupenfutterpflanze/Schmetterlingsfutterpflanze für verschiedene Tag- und Nachtfalter.

 

Aber auch als wichtiges Vogelnist- und Vogelnährgehölz spielt der Rote Hartriegel eine große Rolle. Wobei sich neben den Vögeln auch Säugetiere gerne von seinen Früchten/Beeren ernähren.


Für den Blutroten Hartriegel werden meist folgende Nektar- und Pollenwerte angegeben:

Nektar 2 / Pollen 1.


 

Frühblüher Kornelkirsche - perfekt für frühfliegende Insekten, wie z.B. Hummeln

Blattlose Äste einer Kornelkirsche mit ihren kleine, aber sehr auffälligen, gelben Blütenbüscheln, die schon im Februar erste Insektennahrung bieten. Bild K.D. Michaelis
Nahaufnahme der kleinen, gelben büschelförmig angeordneten Blüten der Kornelkirsche im Vorfrühlings-Sonnenschein an den noch blattlosen Ästen. Bild K.D. Michaelis

Wie oben bereits erwähnt, zählt auch die bei uns auch als Wildgehölz heimische Kornelkirsche zu den Hartriegeln. Sie ist einer unserer allerersten Frühlingsboten: wie man auf diesen Aufnahmen schön sehen kann, blüht die Kornelkirsche noch bevor sie Blätter austreibt. Weshalb ihre kleinen, leuchtendgelben Blütenbüschel trotzdem sofort ins Auge fallen.

 

Diese Aufnahmen habe ich am 13. Februar 2022 in der Leinemasch in Hannover gemacht. Das rechte Bild ist eine Nahaufnahme der kleinen, büschelförmig angeordneten Blüten der Kornelkirsche im Vorfrühlings-Sonnenschein an den noch blattlosen Ästen. Die Blütezeit beträgt in der Regel circa 4 Wochen. Sie kann aber auch erst im März beginnen - abhängig von den jeweiligen Temperaturen.  

Nektarwert / Pollenwert der Kornelkirsche

Die Blüten der Kornelkirsche bieten reichlich Nektar, der etliche früh fliegende Insekten, wie zum Beispiel Hummeln, aber auch Schwebfliegen und Schmetterlinge magisch anzieht. Weshalb die Kornelkirsche völlig zu recht als Bienenweide / Insektenweide bezeichnet wird. Daraus ergeben sich die folgenden Nektarwerte / Pollenwerte für die Kornelkirsche:

Nektar 3 / Pollen 2

 


 

Japanischer Blumenhartriegel / Chinesischer Blumen-Hartriegel Cornus kousa Scarlet Fire

Ab Juni erscheinen die bis zu 10 Zentimeter großen, auffälligen, dunkelrosa Brakteen-Blüten des Japanischen Blumenhartriegels / Chinesischen Blumenhartriegels Cornus kousa Scarlet Fire.

 

Auch in den Blüten des Japanischen / Chinesischen Blumenhartriegels finden sich Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

 

Bis zum September verwandeln sich diese in runde, erdbeerähnliche und etwa zwei Zentimeter dicke Steinfrüchte, deren Farbe auch rosa/pink bis purpurrot variieren kann.

 

Der Blattaustrieb ist anfangs purpurrot, wird im Laufe des Frühjahrs dann dunkelgrün, bis sich die Blätter zum Herbst hin wieder scharlachrot färben.

 

Ein Zuschnitt dieses Großstrauchs / Kleinbaums ist nicht notwendig.

Farbe, Form + Größe der Blüten des Blütenhartriegels sind sehr variabel

Bei genauerer Betrachtung unterscheidet sich auch die Größe und Form der auffälligen, weißen Scheinblätter (auch Hochblätter oder Brakteen genannt) der nachfolgenden Beispiele einiger  Blumenhartriegel-Arten / Blütenhartriegel-Sorten.

  • Nicht nur was die mehr oder minder spitze Form der Blätter, sondern auch deren Spitzen- oder Randfärbung und auch ihre Gesamtgröße anbelangt.
  • Auch die eigentlichen, hellgrünen, kugelförmigen Miniblüten in der Mitte können recht unterschiedlich aussehen. Die meisten kommen nicht so haarig daher, die der Blütenhartriegel auf den ersten drei Bildern. Aber auch reine Blütenkugeln können erhaben oder eher flach aussehen und variieren außerdem stark in ihrer Anzahl, die die anderen fünf Bilder zeigen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0