Blühende Kräuter - gernbesuchtes, sommerliches Insektenfutter

Drohend erhobenes Beinchen einer mit gelben Blütenpollen übersäten Erdhummel beim Nektarsammeln an  einer blühenden Minze von K.D. Michaelis
Mit gelben Blütenpollen übersäte Erdhummel beim Nektarsammeln an  einer blühenden Minze von K.D. Michaelis

So sieht es aus, wenn eine mit Blütenpollen übersäte Erdhummel gegen meine Filmaufnahmen protestiert, weil ich hier dabei - für ihren Geschmack - ganz offensichtlich etwas zu nahegekommen bin. Sie hebt abwehrend eines ihrer sechs Beinchen. Eine schlimme Drohung in Hummelkreisen! Dabei wollte ich euch nur zeigen, wie begehrt blühende Kräuter im Hochsommer bei unseren Insekten sind. In diesem Fall ist dies eine Minze im Balkonkasten.

 

Auf uns wirken die vielen kleinen Einzelblüten der Minze eher unscheinbar. Für Bienen, Hummeln und andere fliegende Insekten, wie zum Beispiel Schwebfliegen, besitzen sie jedoch eine magische Anziehungskraft. Der Grund dafür ist ganz einfach. Die Blütezeit vieler Küchenkräuter liegt im Hochsommer und damit zu einer Zeit, in der das Nahrungsangebot für Insekten in Form von Blütennektar ansonsten eher klein ausfällt.

 

Bienen und Hummeln mögen natürlich nicht nur die Blüten der Minze, sondern auch die Blütenstände vieler anderer Kräuter, wie zum Beispiel:

  • Bohnenkraut
  • Borretsch
  • Dill
  • Kapuzinerkresse
  • Koriander
  • Majoran
  • Oregano
  • Pfefferminze (auch alle anderen Arten von Minze, wie z.B. Zitronenminze)
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Strauchbasilikum
    (auch Afrikanischer Basilikum, Basilikumstrauch, Basilikumstaude oder Buschbasilikum genannt)
  • Thymian
  • Zitronenmelisse

Alle diese Kräuter sind natürlich nicht nur als Insektenfutterpflanzen zu gebrauchen, sondern können und sollten auch für den Eigenverbrauch genutzt werden. Allerdings erntet man die Blätter besser, bevor sie blühen, da sie dann meist deutlich besser schmecken. So enthalten Basilikumblätter eines blühenden Strauches mehr Bitterstoffe und sind weniger aromatisch, als die vor Blüte geernteten Blättchen. Außerdem stellt er dann das Wachstum ein und stirbt allmählich ab. Die Blättchen für den eigenen Verbrauch also spätestens dann ernten, wenn sich die ersten Knospen zeigen und dann am besten auch nicht einzeln, sondern besser schon früher regelmäßig etwa 5 Zentimeter lange Triebe abschneiden. Das fördert das Wachstum und Verzweigen des Strauches. Nicht sofort benötigte Basilikumblättchen kann man problemlos trocknen oder besser noch einfrieren.

 

Bienen und Hummeln hilft man aber nur, wenn an den einzelnen Pflanzenstielen noch genügend Blätter vorhanden sind, damit sie blühen können. Entfernt man alle Blätter eines Stieles, stirbt dieser unweigerlich ab. Lässt man einige Stiele mit Blättern stehen, wird man mit vielen glücklichen und vor allem satten Besuchern entschädigt, die sich an den blühenden Kräutern völlig gefahrlos, aber dafür um so schöner beobachten lassen.

Ich hab das Abschneiden von längeren Stücken mit drei verschiedenen Trieben an meinem Basilikum versucht.

 

Genau wie auf diesem Bild zu sehen, haben sich alle drei Schnittstellen in jeweils zwei neue Triebe verzweigt. So wird der Basilikum deutlich buschiger und man hat länger etwas von der hübschen, aromatischen Staude. Später sind dann jede Menge Triebe für die Insekten da, die blühen können und dürfen :-)


Detailaufnahme der Einzelblüten einer blühenden Minze von K.D. Michaelis
Erdhummel voller gelber Blütenpollen beim Nektartrinken an einer blühenden Minze von K.D. Michaelis


Die nachfolgenden Aufnahmen stammen freundlicherweise von Marc Wettering. Merci beaucoup für die tollen Bilder von Deinem Basilikum-Paradies und natürlich auch für die Publikationsfreigabe Marc.

Blühender Basilikum von Marc Wettering
Basilikumblüte von Marc Wettering

Das folgende, linke Bild zeigt einen selbstgezogenen Basilikum.

Auf dem rechten Foto ist ein riesiger Strauchbasilikum zu sehen.

Auch diese beiden Aufnahmen stammen netterweise von Marc Wettering.

Selbstgezogener Basilikum von Marc Wettering
Riesiger Strauchbasilikum von Marc Wettering


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