Purpurrote Taubnessel - eine wichtige Insektenweide

Lilafarbene Blüten und purpurrote sowie grüne Blätter der Purpurroten Taubnessel in der Sonne leuchtend von K.D. Michaelis
Purpurrote Taubnessel mit ihren lila Blüten und dem verschiedenfarbigen Blattwerk im Sonnenschein von K.D. Michaelis

Taubnesseln wachsen in vielen Gärten, auch wenn gerade die Purpurrote Taubnessel - besonders wenn sie nicht blüht - nicht unbedingt auffällt, da sie zu den niedrigeren Sorten dieser Art gehört.

 

Wie der Begriff Taubnessel schon vermuten lässt, besitzen diese Pflanzen keine Brennhaare und sind auch nicht mit der stechenden Brennnessel verwandt, auch wenn ihre Blätter denen der Brennnessel sehr ähnlich sehen, was dann auch für die Namensgebung sorgte. Deshalb kann man sie bedenkenlos anfassen und muss nicht Angst haben, sie daran zu stechen.

 

Oberflächlich betrachtet ähnelt auch der Gundermann und der Günsel der hier vorgestellten Purpurroten Taubnessel, so dass es auch mit diesen beiden Pflanzen zu Verwechslungen kommen kann.

  

Die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)

Der Zusatz purpurrot geht auf die obersten, jungen Blätter zurück, die eine leicht purpurrote Färbung aufweisen. Je weiter nach unten man am Stiel guckt, umso älter und grüner werden die Blätter. Die hübschen Blüten dieser Taubnessel sind lila.

 

Sie wird auch gerne als Stickstoffanzeiger bezeichnet, was bedeutet, dass ihr Vorkommen darauf schließen lässt, dass der Boden reichlich Stickstoff enthält, da dieser ihr Wachstum und auch das von Gras fördert. Allerdings hindert ein zu fetter Boden aber viele andere Wildblumen am Wachsen.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Wildkräutern ist die Purpurrote Taubnessel auch nicht giftig. Ganz im Gegenteil. Aus den süßlich schmeckenden Blüten dieser alten Heilpflanze wurde früher Sirup gekocht. Wobei man die hübschen, essbaren Blüten natürlich auch zur Dekoration von Müsli, Süßspeisen oder Salaten verwenden kann.

  

Ist die Purpurrote Taubnessel bienen-/insektenfreundlich?

Besonders gerne siedelt sich die Purpurrote Taubnessel am Rand von Wiesen, Mauern oder unter Gehölzen an, die ihr den bevorzugten Halbschatten oder Schatten liefern. Pralle Sonne hingegen ist nicht so sehr ihr Ding. Da gerade die Randbereiche einer Wiese oder eines Rasens eine tolle Möglichkeit für wilde Ecken im Garten bieten, an denen es nicht so aufgeräumt und abgemäht zugehen muss, wäre es toll, wenn wir diese für unsere Insekten wichtige, frühe Nahrungspflanze nicht entfernen würden.

 

Wildformen der Purpurroten Taubnessel haben eine extrem lange Blütezeit, die von März/April bis Oktober reichen kann. Alleine dies sorgt schon dafür, dass sie bei Insekten sehr beliebt ist, da es nicht viele Pflanzen gibt, die über einen solch langen Zeitraum im Jahr - also eigentlich die ganze Vegetationsperiode hindurch - Nektar und Pollen zur Verfügung stellen. Wobei die hohe Attraktivität in diesem Fall nicht so sehr von der eher mäßigen Menge beider Nahrungsquellen abhängig ist, sondern vielmehr von deren sehr früher und eben auch sehr langanhaltenden Verfügbarkeit. Siehe dazu auch die beiden nachstehenden Bilder, die sich durch Anklicken vergrößern lassen ;-)

  

Wildform der lila blühenden Purpurroten Taubnessel die gerade von einer Wildbiene besucht wird von K.D. Michaelis
Wildform der lila blühenden Purpurroten Taubnessel die gerade von einer Wildbiene besucht wird von K.D. Michaelis


Andere Taubnessel-Arten

Weiße Taubnessel (Lamium album)

Blühende Weiße Taubnessel mit weißen Blüten und grünen Blättern im Sonnenschein von K.D. Michaelis

Deutlich höher wie die Purpurrote Taubnessel wird die hier gezeigte Weiße Taubnessel, die ebenfalls gerne mit einer Gewöhnlichen Brennnessel verwechselt wird, weil beide Pflanzen eine ähnliche Höhe und auch eine sehr ähnliche Blattform besitzen. Genau wie bei der Purpurroten Taubnessel besteht aber auch bei der Weißen Taubnessel keine Gefahr sich zu stechen, da auch sie keine Brennhaare besitzt.

  

Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)

Nahaufnahme der rosalilafarbenen Blüten der Gefleckten Taubnessel von WickimediaImages auf Pixabay (freie kommerzielle Nutzung)

Wie ich finde - ganz besonders hübsch und zudem mit den höchsten Nektar- und Pollenwerten der drei hier vorgestellten Taubnessel-Arten versehen: Die Gefleckte Taubnessel, deren untere 'Blüten-Lippe' sehr unterschiedlich gefleckt aussehen kann. Sie besitzt mit einem Nektar- und Pollenwert von jeweils 3 (gut). Diesen gibt es normalerweise von April bis in den November hinein. Unnötig festzustellen, dass dies bei vielen Insekten und Schmetterlingen super ankommt!

Bild von WikimediaImages auf Pixabay

(Pixabay-Bildlizenz: Freie kommerzielle Nutzung)


Zuchtformen von Taubnesseln

Zuchtformen der Taubnessel können zwei Nachteile haben. Erstens blühen sie meist 'nur' von Mai bis Juli und zweitens bieten diese nicht alle Nektar und Pollen. Vor dem Kauf also bitte ganz genau das Kleingedruckte lesen und möglichst auch nicht ungeduldig werden, wenn die Taubnessel im ersten Jahr noch nicht blüht. Es gibt relativ viele Arten, die erst im zweiten oder dritten Jahr zu blühen beginnen. 


Ähnliche Blütenform, aber keine Taubnessel

Brandkraut / Goldquirl (Phlomis russeliana)

Pflanzbeet mit großen Gelben Taubnesseln und Riesen-Allium in voller Blüte. Bild K.D. Michaelis

In diesem Pflanzbeet wurden der lilafarbene Riesen-Allium (Riesen-Zierlauch) und das leuchtendgelbe  Brandkraut kombiniert, deren Farben einen wunderschönen Kontrast bilden und durch ihre Höhe und Größe der einzelnen Blütenstände eine sehr auffällige Wirkung erzielen. Er gehört auch zur großen Familie der Lippenblütler, wie man an seinen Blüten unschwer erkennen kann.

  

  


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