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Schafgarbe - gar nicht gemein zu Hummeln, Bienen und Schmetterlingen

Nahaufnahme der weißen Blüten der Gemeinen Schafgarbe von K.D. Michaelis

Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) zählt zu den Korbblütlern und sollte am besten in Gruppen gepflanzt werden, damit die Schönheit ihrer kleinen Einzelblüten im Beet auch wirklich auffällt.

Die ursprüngliche Farbe der Wildform der Gemeinen Schafgarbe ist weiß bis ganz zart rosa. Inzwischen gibt es jedoch auch etliche Zuchtformen dieses Korbblütlers, dessen Blüten in gelb, rosa, orange, rot, rostbraun oder auch in violett leuchten. Man kann sie aber nicht nur ins Beet pflanzen, sondern auch als Kübelpflanze.

Wie anspruchslos und pflegeleicht diese Staude ist, kann man schon daran erkennen, dass sie oft wild an Wegesrändern oder auch im eigenen Garten wächst. Sie hat keine besonderen Ansprüche an den Boden, steht aber gerne sonnig bis halbschattig. Wer der Schafgarbe trotzdem etwas Gutes tun möchte, düngt sie im Frühjahr (zum Beispiel mit Kompost).

 

Da sie sehr gut schnittverträglich ist, dankt sie es dem Besitzer mit einer zweiten Blüte, wenn die Stängel nach der erste Blüte abgeschnitten werden. Die Blütezeit der Schafgarben liegt - je nach Sorte - zwischen Juni bis Oktober. Sie eignet sich aber auch gut als Schnittblume für die Vase und auch für Trockengestecke. Wobei die Farben meist gut erhalten bleiben, wenn man die Blüten der Schafgarbe getrocknet hat.


Ebenfalls sortenabhängig ist die Wuchshöhe der Schafgarbe, die meist zwischen 15 bis 70 Zentimetern liegt. Es gibt aber auch Zuchtformen, die über einen Meter bis 1,5 Meter hoch werden. Der Rückschnitt der mehrjährigen Staude kann im Herbst auf etwa eine Handbreit über dem Boden erfolgen. Sie ist gut frostverträglich und winterhart, so dass sie auch ohne speziellen Frostschutz normalerweise problemlos im Frühjahr wieder neu austreibt.

  

Die Schafgarbe - nützlich für Mensch und Tier

Früher wurde Schafgarbe hauptsächlich wegen ihrer Heilkraft angebaut und zur Wundheilung bzw. zum Stillen von Blutungen verwendet. Diese bekannte Heilpflanze wurde in getrocknetem Zustand auch zur Zubereitung von Tees verwendet.


Der leichte Duft ihrer Blüten und Blätter lockt neben Hummeln, Bienen und Schmetterlingen auch Schwebfliegen an. Sie bietet sowohl Pollen, als auch geringere Mengen an Nektar an, weshalb sie auch Bestandteil einiger bienenfreundlicher Saatmischungen ist.  Mit einem guten Mittelwert von jeweils 2 zählt die Schafgarbe zu den bienenfreundlichen Futterpflanzen, auch wenn ihr Nahrungsangebot nicht an das der ebenfalls im Spätsommer blühenden Bartblume heranreicht, deren Nektar- und Pollenangebot - mit jeweils Stufe 4 - als doppelt so hoch eingestuft wird. 

Insekten besuchen aber nicht automatisch jede als Bienenweide bezeichnete Pflanze. Das hängt auch immer davon ab, ob zur gleichen Zeit in der Nähe Pflanzen mit einem höheren Nektar- und Pollenwert blühen oder nicht. Stünde folglich eine Bartblume in der Nähe einer Schafgarbe, würde letztere vermutlich nur sehr wenige bis gar keine Besucherinnen anziehen.

 

Der deutsche Name der Schafgarbe wird darauf zurückgeführt, dass gerade Schafe eine besondere Vorliebe für diese Pflanze haben und sie gerne fressen.


Skala für Nektar- und Pollenangebot

Die Skala für Nektar und Pollen reicht jeweils immer von 0 (kein) bis 4 (sehr gut) und differiert manchmal auch etwas, je nachdem welche Quelle man heranzieht. Dabei wird neben der Menge auch die Verfügbarkeit berücksichtigt. Will meinen, erzeugt eine Pflanze zwar viel Nektar, ist jedoch nur selten zu finden, sinkt ihr Wert gegenüber einer anderen Pflanze, die häufig anzutreffen ist, aber nicht ganz soviel Nektar anbietet.

 

Zur Ehrenrettung der Schafgarbe sei aber noch angemerkt, dass es nur sehr wenige andere Pflanzen gibt, die mit dem enormen Nahrungsangebot der Bartblume konkurrieren können. Bei den Sträuchern schaffen dies eigentlich nur die Küblerweide und die Sal-Weide (auch Salweide oder Kätzchenweide).

 

Bei den Blütenpflanzen liegen Astern (N3/P3), die Prachtspiere Astilbe (N3/P3), der Sonnenhut Rudbeckia (N3/P3) und die Sonnenbraut Helenium (N3/P4) sowie der Löwenzahn (N3/P4) im Vorderfeld. Das nicht winterharte Büschelschön oder auch Phacelia (N4/P3) wird zwar normalerweise auf Feldern zur Bodenverbesserung eingesetzt, blüht aber sehr schön violett und kann durchaus auch im Garten seinen Platz finden.


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